Sehr berührender Roman

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insel Avatar

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Das Cover hat mich jetzt nicht besonders angesprochen, doch der Name der Autorin hat mich aufmerksam auf das Buch gemacht. Im Hinblick auf die Geschichte ist das Cover samt Titel jedoch sehr gut gewählt und kommt eigentlich leise daher, dafür gräbt sich die Geschichte unter die Haut. Die alleinerziehende und berufstätige Mutter, die Anfang Vierzig ist, namens Pina fällt im wahrsten Sinne des Wortes aus bzw. um. Sie bricht unterwegs zusammen und kommt in ein Krankenhaus, wo sie im Koma liegt. Pina darf und durfte nicht krank werden oder sein, so dachte sie selbst immer, denn zu Hause ist sie alleine für ihren 20jährigen Sohn Leo verantwortlich. Wenn sich der Leser vielleicht noch fragt und denkt, dass sich ein 20jähriger alleine versorgen und alleine lebensfähig ist, so handelt es sich bei Leo um ein Kind im Körper eines jungen Mannes, der in seiner "eigenen" Welt" lebt und sehr wortgetreu Anweisungen wiederholt, strikt geregelte Abläufe braucht etc. Ganz egal, ob es sich darum handelt wie er die Treppe heruntergeht, wann er aufsteht und was er isst. Nun ist Leo alleine zu Hause und die Nachbarn, drei Menschen jung, mittelalt und alt, die alle ihre eigenen sehr speziellen Probleme haben, beginnen sich zunächst eher ungewollt um Leo zu kümmern, was eine Herausforderung ist, denn sie "verstehen" ihn nicht. Die Story enwickelt eine höchst eigene Dynamik und ich kann mir sehr gut die Situationen aber auch die jeweiligen Nöte vorstellen. Ich mag den leisen und unverblümten Schreibstil der Autorin, die mich mit auf eine "Reise" nimmt in die Welt/das Universum des Wohnhauses, in dem die Protagonisten leben. Trotz vieler dramatischer Situationen musste ich manches Mal schmunzeln. Das Ende ist ganz anders, als ich es je habe kommen sehen und sehr gelungen.
Fünf Sterne - sehr empfehlenswert!