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Pina fällt aus, Gesellschaftsroman von Vera Zischke, EBook von Ullstein Ebooks.
Eine Geschichte über Solidarität und Nähe.
Pina lebt mit ihrem autistischen Sohn Leo alleine. Er ist 20 Jahre alt und lebt in seiner eigenen Welt, in die nur Pina Einblick hat. Sie ignoriert ihre Magenschmerzen und nimmt zu viele Schmerztabletten. Und dann passiert das Schreckliche. Pina erleidet einen Magendurchbruch, bricht auf offener Straße zusammen und muss notoperiert werden. Sie erwacht aus dem künstlichen Koma und ist auf der Intensivstation ans Bett gefesselt. Ihre Gedanken gelten nur Leo. In der Zwischenzeit, kümmern sich die Nachbarn, Zora die von zuhause rausgeflogen ist, die 86jährige Inge die seit dem Tod ihres Mannes nur noch aufs Sterben wartet und die Wohnung nicht mehr verlässt und der einsiedlerisch lebende Wojtek. Zuerst fühlen sie sich dafür nicht zuständig, doch ganz langsam machen die drei schrägen Vögel ihre Sache immer besser, nicht nur Leo kommt etwas aus sich heraus, nein auch die Hausgemeinschaft profitiert von diesem Arrangement.
Das Buch besteht aus 26 Kapiteln mit Überschriften die auf den Inhalt hinweisen. Der Schreibstil ist auktorial, jede der Figuren erzählt aus der eigenen Sicht. Dadurch wird dem Leser ein umfassender Überblick ermöglicht. Poetisch und wortgewandt wird die tragische und ans Herz gehende Story erzählt. Schon ab dem dritten Kapitel überschlagen sich die Ereignisse und dann hatte ich es schwer, den Reader überhaupt noch aus der Hand zu legen. Obwohl es um ein wirklich ernstes Thema geht ist der Schreibstil fröhlich und schafft Zuversicht. Die Figuren werden vor komplizierte Herausforderungen gestellt, doch sie meistern alle Schwierigkeiten und für jeden der schrägen Vögel kehrt sich alles zum Besseren. Hauptsächlich kann man dabei Inge und Zora begleiten, Wojtek ist mir fremd geblieben, der Inhalt des Briefs am Ende hätte mich brennend interessiert, auch insgesamt hätte ich mir die Geschichte noch ausführlicher gewünscht, das Buch hätte noch gut mehr Seiten vertragen.
Die Botschaft des Buches, keiner ist alleine und zusammen geht vieles besser. Ich bewundere Pina die die anstrengende und belastende Care-Arbeit alleine leisten muss, die die Welt so bereitet, dass sie für Leo OK ist. Welch schwere Last liegt auf ihren Schultern, sogar ihr Vater hat die Augen dagegen verschlossen. Dann hat mir Zora richtig gut gefallen, ihr wurde auch durch Leo viel Positives zuteil, sie hat sich sehr zu ihrem Vorteil verändert. Dafür fand ich ihren Vater unmöglich der meint mit Geld und Einfluss sei alles zu regeln.
Insgesamt habe ich die Lektüre genossen, mich hat das Buch gut unterhalten, noch sind einige Fragen offengeblieben. 4 Sterne von mir.