Tolles Buch voller Menschlichkeit

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
jule_liest Avatar

Von

Rezension zu „Pina fällt aus“ von Vera Zischke
Nach „Ava liebt noch“ hat Vera Ziscke mit „Pina fällt aus“ einen weiteren wunderbaren Roman geschrieben. Ihr Stil liest sich leicht, flüssig und lässt den Leser direkt in die Geschichte eintauchen.
Ihr besonderes Talent ist aber die Konstruktion der Figuren. Sie scheinen mitten aus dem Leben gegriffen. Alle Figuren wirken authentisch und nahbar und könnte so in jeder Nachbarschaft wohnen.
Pina, die Titelgeberin des Buches hat einen Sohn mit Behinderung. Als Pina zusammenbricht und keiner weiß, wo sie ist, ist Leo ziemlich verloren und mit ihm die Nachbarn. Da wäre Inge, eine Seniorin, die ihre Wohnung nicht mehr verlässt und bei der Leo sich manchmal aufhält. Inge hat eigentlich genug vom Leben und fühlt sich oft einsam. In der Not nimmt sie Kontakt zu Zola auf. Die 16-jährige ist die Tochter des Hausbesitzers und weiß so gar nicht wohin mit ihrem Leben. Zuerst rotzfrech wird schnell klar, dass mehr in ihr steckt. Und dann wäre da noch Wojtek, der ständig nur in seiner dunklen Wohnung vor seinem PC hängt und eine Frau anhimmelt, die weit entfernt lebt. Sie alle müssen über sich hinauswachsen. Vera Zischke erzählt einfühlsam und gleichzeitig unterhalten aber unaufgeregt von sehr unterschiedlichen Menschen, die plötzlich zusammenhalten müssen und zeigen: Wir Menschen brauchen einander und jeder ist ein Geschenk, so wie er ist. Ein tolles Buch!