Tolles, warmherziges Buch

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katy1980 Avatar

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Ich bin sofort in die Geschichte hineingekommen und fand den Schreibstil sehr einfühlsam, authentisch und gleichzeitig fesselnd.

Die Protagonistin Pina bricht eines Tages auf offener Straße wegen eines Magendurchbruchs zusammen und landet auf der Intensivstation. Ihr 20-jähriger Sohn Leo ist im Autismus-Spektrum, und seine Mutter kümmert sich allein um ihn. Die Autorin schafft es von Anfang an, dass man sich in Pina hineinversetzen kann und ihre Erschöpfung sowie ihre Gedanken gut nachvollziehen kann.

Die Geschichte hat mich sehr berührt. Auch die anderen Hausbewohner haben ihr eigenes Päckchen zu tragen, das tiefgehend und authentisch dargestellt wird. Zudem werden die Schwächen unseres Systems, vor allem durch die verschiedenen bürokratischen Hürden, sehr deutlich.

Die Charaktere sind unheimlich facettenreich beschrieben, sodass man sie gut kennenlernt und Verständnis für ihre jeweiligen Situationen entwickelt. Alle Figuren machen eine positive Entwicklung durch.

Das Ende deutet einen Neuanfang an, lässt aber vieles offen. Das gefällt mir sehr gut, da es nicht ins Kitschige abdriftet. Ein tolles, warmherziges Buch!