Unfreiwillige Gemeinschaft
Pina, die titelgebende Figur in Vera Zischkes neuem Roman, ist eine alleinerziehende Mutter in den Vierzigern. Ihr Sohn Leo ist Autist und durchgehend auf Hilfe angewiesen. Seine besonderen Ticks und Eigenheiten bestimmen den Alltag der kleinen Familie. Eines Tages bricht Pina auf offener Straße zusammen und muss ins Krankenhaus gebracht werden. Leo bleibt bei der betagten Nachbarin zurück. Während seine Mutter im Krankenhaus versorgt wird, müssen sich Pinas Nachbarn plötzlich um Leo kümmern. Diese zunächst unfreiwillige Gemeinschaft wächst allmählich zusammen und lernt, Leos Bedürfnisse immer besser zu verstehen. Schließlich müssen sich die Hausbewohner eingestehen: auch sie brauchen Leo! Vera Zisckes Roman erzählt auf berührende Weise von diesen Menschen, die alle am Rande der Gesellschaft zu stehen scheinen und die zusammen schließlich eine eigene kleine Gemeinschaft bilden. Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen, die Geschichte bewegt und hallt nach.