Eine düstere Welt, die mich sofort gepackt hat

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seiten_springerin Avatar

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Was für ein Einstieg! Schon der Prolog von „Played by the Piper – Die Unbeugsame“ hat mich mit seiner gewaltigen und gleichzeitig erschreckenden Atmosphäre sofort gepackt. Die Erde bricht auf, Lava strömt hervor und innerhalb kürzester Zeit verändert sich die gesamte Welt. Raven Kennedy hält sich dabei nicht mit sanften Beschreibungen zurück – der Einstieg ist brutal, bildgewaltig und definitiv nichts für schwache Nerven. Genau dadurch wollte ich aber unbedingt wissen, was aus dieser zerstörten Welt geworden ist.

Mit Esti lernen wir anschließend eine Protagonistin kennen, die mir sehr schnell sympathisch war. Sie ist halb Fae und halb Bane und wird deshalb von vielen Menschen verachtet und für die Plagen verantwortlich gemacht. Dabei kann sie selbst nichts dafür und leidet unter den Folgen der Plagen genauso wie alle anderen. Besonders berührt hat mich ihre Beziehung zu ihrer kranken Mutter. Esti möchte unbedingt ein Heilmittel für sie finden und versucht gleichzeitig, ihrer Mutter trotz der schwierigen Lebensumstände ein wenig Freude zu schenken.

Die Welt, die Raven Kennedy erschaffen hat, finde ich unglaublich interessant. Eine Welt, in der die Menschen nicht nur mit Armut und Krankheit kämpfen, sondern ständig Angst vor den nächsten Plagen haben. Besonders die Fliegenplage fand ich gleichzeitig faszinierend und ziemlich eklig. Die Vorstellung, dass man sein Haus komplett abdichten muss und selbst kleinste Ritzen gefährlich werden können, erzeugt eine beklemmende Atmosphäre.

Sehr neugierig macht mich auch Estis besondere Fähigkeit. Sie kann die „Sterne“ anderer Menschen lesen und dadurch Dinge über sie erfahren, die diese vermutlich lieber geheim halten würden. Gleichzeitig muss sie ihre eigene Magie verstecken. Ich bin gespannt, welche Bedeutung diese Fähigkeit im weiteren Verlauf bekommen wird und ob Esti irgendwann herausfindet, warum sie diese Gabe besitzt.

Der Schreibstil von Raven Kennedy hat mir ausgesprochen gut gefallen. Er ist sehr bildhaft und emotional, teilweise schonungslos und brutal, gleichzeitig aber auch humorvoll und warmherzig. Besonders schön finde ich den Wechsel zwischen den düsteren Beschreibungen der Welt und den liebevollen Szenen zwischen Esti und ihrer Familie. Dadurch wirkt die Geschichte für mich nicht einfach nur düster, sondern bekommt auch sehr viel Herz.

Und dann endet die Leseprobe natürlich genau an der Stelle, an der ich unbedingt weiterlesen möchte. Die monatelange Fliegenplage ist plötzlich vorbei – doch statt Erleichterung kündigt sich bereits die nächste Katastrophe an. Der schwarze Regen und die Gift-Plage haben bei mir sofort die Frage ausgelöst: Was kommt jetzt auf Esti und die Menschen von Brekon zu?

Nach dieser Leseprobe bin ich auf jeden Fall sehr neugierig auf die Geschichte. Die Mischung aus einer düsteren Fantasywelt, verbotener bzw. besonderer Magie, gesellschaftlicher Ausgrenzung, Familie und den angekündigten „Enemies to Lovers“-Elementen klingt für mich nach einer sehr spannenden Kombination. Besonders Esti möchte ich gerne weiter begleiten und herausfinden, welche Rolle sie in dieser zerbrochenen Welt spielen wird.