Macht mich neugierig!

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marie_d Avatar

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Schon die ersten Seiten von „Played by the Piper – Die Unbeugsame“ haben mich ziemlich direkt gepackt. Die Leseprobe beginnt mit einem sehr dramatischen Prolog, in dem die Erde aufbricht und eine gewaltige Katastrophe über die Welt hereinbricht. Besonders die verzweifelte Suche des Protagonisten nach seinem Bruder hat die Szene für mich sehr emotional gemacht. Gleichzeitig ist die Darstellung der Katastrophe ziemlich drastisch und nichts für zartbesaitete Leser*innen. Ich fand den Einstieg dadurch aber vor allem eines: sehr eindringlich.
Danach macht die Geschichte einen größeren Zeitsprung und wir lernen Esti kennen. Sie lebt in einer Welt, die noch immer unter den Folgen dieser Katastrophe leidet. Eine der sogenannten Plagen sind riesige Fliegenschwärme, die Menschen und Tiere angreifen und die Stadt regelrecht ins Chaos stürzen. Schon diese Grundidee fand ich ungewöhnlich und irgendwie ziemlich eklig – im positiven Sinne. Die Vorstellung, in einer Welt zu leben, in der man sich jeden Tag komplett verhüllen muss und selbst kleinste Ritzen in Häusern abgedichtet werden müssen, damit die Fliegen nicht hineinkommen, erzeugt eine sehr beklemmende Atmosphäre.
Esti selbst finde ich bisher sehr interessant. Besonders neugierig gemacht hat mich, dass sie ihre Hörner verstecken muss und von den anderen Fae als Fane ausgegrenzt wird. Gleichzeitig besitzt sie eine besondere Fähigkeit: Sie kann die „Sterne“ anderer Menschen lesen und dadurch etwas über deren Persönlichkeit erfahren. Ich mag, dass Esti trotz der Ablehnung, die ihr entgegenschlägt, nicht kalt oder verbittert wirkt. Die Szene, in der sie einer Frau hilft und diese sich nach der Entdeckung ihrer Identität trotzdem gegen sie wendet, hat mir einen guten ersten Eindruck von Estis Charakter gegeben. Man merkt, dass sie verletzt ist, aber trotzdem hilft.
Besonders gut gefallen mir bisher auch die kleinen Details der Welt. Dass Esti beispielsweise in einer Papiermühle arbeitet und dabei ganz selbstverständlich beschrieben wird, wie das Papier hergestellt wird, fand ich überraschend interessant. Dadurch bekommt die Welt etwas Greifbares und Alltägliches, obwohl gleichzeitig überall diese Bedrohung durch die Plagen präsent ist. Auch die Beziehung zwischen Esti und ihrer Tante Lenna wirkt auf mich bisher sehr liebevoll. Zwischen den beiden gibt es trotz der schwierigen Lebensumstände einen gewissen Humor, was die Geschichte für mich etwas auflockert.
Was mich besonders neugierig macht, ist die Welt selbst. Es gibt die Schicksalsmächte, die Bane, die Fane, die verschiedenen Plagen und diese geheimnisvolle Magie, die aus dem Inneren der Erde stammt. Gleichzeitig scheint Esti selbst mit ihrer Herkunft und ihren Fähigkeiten eine wichtige Rolle in dieser Welt einzunehmen. Ich habe nach der Leseprobe definitiv das Gefühl, dass hier noch sehr viel mehr dahintersteckt.
Auch der Schreibstil hat mir insgesamt gut gefallen. Er ist sehr bildhaft und teilweise ziemlich brutal, wodurch manche Szenen wirklich im Kopf hängen bleiben. Besonders die Beschreibung der von Fliegen verseuchten Stadt fand ich atmosphärisch stark. Man kann die stickige Luft, das Summen und die ständige Bedrohung förmlich mitfühlen. Gleichzeitig gibt es immer wieder humorvolle Gedanken von Esti, die dafür sorgen, dass die Geschichte nicht durchgehend düster wirkt.
Mein persönliches Highlight ist bisher aber tatsächlich die Atmosphäre. Diese Mischung aus Fantasy, einer kaputten Welt, Magie und einer Gesellschaft, die mit den Folgen einer Katastrophe leben muss, hat mich neugierig gemacht. Ich möchte unbedingt wissen, was es mit den Plagen auf sich hat, welche Rolle Esti dabei spielt und was hinter ihrer besonderen Fähigkeit steckt. Die Leseprobe hat bei mir deshalb genau das erreicht, was eine gute Leseprobe meiner Meinung nach schaffen sollte: Ich möchte weiterlesen und herausfinden, was diese Welt noch bereithält.