Eine düstere Rattenfängersage, die mich nicht ganz durchgehend abholen konnte.

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Eine düstere Rattenfängersage, die mich nicht ganz durchgehend abholen konnte.

Die Sage des Rattenfängers von Hameln als Grundlage für eine düstere Romantasy? Fand ich richtig spannend! Raven Kennedy entwirft eine Welt, in der tödliche Plagen die Menschen und Fae heimsuchen, ganze Städte abgeriegelt werden und Wasser und Nahrung plötzlich zum Luxus werden. Mittendrin ist Esti, eine Fane, die von den Fae wegen ihrer Abstammung von den gefährlichen Banes ausgegrenzt wird. Als sie während einer Plage versucht, Medikamente für ihre schwer kranke Mutter aufzutreiben, gerät sie in eine lebensgefährliche Situation. Dann taucht Varrik, der Rattenfänger, auf und rettet die Stadt vor der Rattenplage. Doch weil der Gebietsherr ihn nicht bezahlen kann, fordert Varrik stattdessen 130 Einwohner als Gegenleistung. Und Esti gehört zu denen, die er mitnimmt.

Esti und Varrik haben mir anfangs richtig gut gefallen. Esti lässt sich nichts gefallen, widersetzt sich ihm bei jeder Gelegenheit und macht es ihm alles andere als leicht. Ihre Wortgefechte und die Dynamik zwischen den beiden haben mir viel Spaß gemacht, und Varriks Humor hat mich mehr als einmal zum Schmunzeln gebracht. Gerade dieses Gegeneinander, bei dem man erst nach und nach versteht, was wirklich hinter seinem Verhalten steckt, fand ich toll.

Die Geschichte wird ausschließlich aus Estis Sicht erzählt. Dadurch bleibt Varrik zunächst schwer einzuschätzen, was ich gerade zu Beginn sehr passend fand. Man lernt ihn zusammen mit Esti kennen und erfährt nach und nach mehr über ihn und seine Beweggründe.

Was die Liebesgeschichte angeht, bin ich allerdings etwas zwiegespalten. Einerseits ist sie durchaus ein Slow Burn, denn bis die beiden sich wirklich näherkommen, dauert es. Andererseits hat mir ausgerechnet dann, als sich ihre Beziehung verändert, ein wenig die Chemie gefehlt. Die anfängliche Spannung, das Knistern und die Wortgefechte haben mich deutlich mehr abgeholt als die spätere Annäherung. Stellenweise waren mir die Gespräche und das gegenseitige Anschmachten einfach zu langatmig, sodass die Geschichte gerade in der Mitte ein paar Längen hatte. Da hätte ich mir gewünscht, dass die Dynamik zwischen den beiden etwas mehr von ihrem anfänglichen Reiz behält.

Die Grundidee mit den Plagen, der Magie und den Geheimnissen rund um die Banes fand ich richtig interessant. Gerade die Verbindung zur Rattenfängersage verleiht der Geschichte etwas Eigenes, und es gibt einige Entwicklungen, die neugierig machen. Auch wenn mich die Liebesgeschichte nicht durchgehend abholen konnte, wollte ich wissen, wie sich alles weiterentwickelt. Und das Ende macht definitiv neugierig auf mehr. Mehr verrate ich natürlich nicht!

Für mich ist Played by the Piper – Die Unbeugsame ein Vier-Sterne-Buch mit etwas Luft nach oben. Die Welt und die Grundidee haben mich überzeugt, Esti und Varrik haben mir gerade zu Beginn viel Freude bereitet, und trotz der kleinen Längen möchte ich unbedingt weiterlesen. Jetzt hoffe ich nur, dass wir auf Band 2 nicht allzu lange warten müssen!