Dreißig Jahre zuvor brach die Erde auf, spie Feuer und Verderben und tötete viele Fae. Aus den entstandenen Rissen kamen Ungeheuer, die Bane, die die Welt mit Plagen überschütteten und Kinder zeugten, die Fane. Die Bane sind mittlerweile von den Blut-Fae - mächtigen, magiebegabten Fae, die irgendwie das Feuer überstanden, ausgerottet worden, und die Fane leben in ständiger Gefahr, misshandelt und angegriffen zu werden. Die Plagen existieren auch noch immer. Esti ist eine dieser Fane und sie lebt in Hamelyn, einem Ort, der erst von Fliegen, dann von giftigem Regen und schließlich von Ratten überrannt wird. Erst ein mächtiger Blut-Fae, der Rattenfänger, kann Hamelyn von diesen Plagen befreien. Als Belohnung fordert er 130 Fae und Fane und Esti kann sich nicht wehren, als er seine Flöte spielt ...
Puh. Was war ich lesend? Dark Romantasy meets den Rattenfänger von Hameln meets Fae meets unlogisches Wörldbuilding? Ich hatte eigentlich so Bock auf das Buch, denn Dystopie plus Fae plus Rattenfänger-Retelling klingt echt nach meinem Beuteschema. Allerdings hatte ich nicht damit gerechnet, dass mir ein megatoxischer Typ als Loveinterest untergeschoben wird. Der Rattenfänger groomed und manipuliert, als gäbe es kein Morgen und das Einzige, was für ihn spricht, ist sein gutes Aussehen? Danke, aber NEIN danke. Er ist extrem übergriffig, dabei auch infantil auf eine grausame Art. Das versprochene Slow Burn galt lediglich für mich: Ich habe nicht nur gebrannt, ich habe geradezu gekocht vor Wut über diesen Typen. Er ist widerlich und eine red flag, die so stark leuchtet, dass nicht einmal die Entfernungen der Ley-Lines sie dämpfen können.
Dazu kommt jede Menge Unlogik. In Hamelyn gibt es ständig Plagen. Der Fliegenbefall ist zum Beispiel so stark, dass man nicht ohne Schutz rausgehen kann und die Fliegen Mensch, Tier und Pflanzen ratzeputz aufessen. Sie haben also kaum was zu essen, aber Esti und ihre Familie kann halbwegs von einem Auskommen als Papierherrsteller leben? Weil die Leute in einer Dystopie ja auch bestimmt Wert drauf legen, hübsches Briefpapier zur Verfügung zu haben, oder? Zumal die Stadttore geschlossen waren und niemand rein oder raus kam (warum eigentlich? Welchen Sinn hat das???). Aber bestimmt gab es Postler, die sich durch die Fliegenplage kämpften und ihr Leben riskierten, damit man Tante Emma eine Geburtstagskarte schicken konnte ...
Apropos Essen: Woher kommt das? Okay, es gibt noch Fische aus dem Fluss. Aber ansonsten? Wenn die Fliegen alles fressen?
Oder: Esti wird an einen 12 Meter (!!!) hohen Pfahl gebunden. (Warum muss ein Schandpfahl überhaupt so hoch sein? Die ist unten mit einer Kette befestigt!) Der Pfahl wird auch noch eingeölt, weil ... Weil ... Weil ... Wahrscheinlich gab es mal eine Ölplage und die hatten einfach zu viel Öl übrig. Jedenfalls schafft es Esti trotzdem, sich an der Kette, die um ihren Hals befestigt ist, den eingeölten Pfahl bis ganz nach oben hochzukämpfen und dort stundenlang (!!!) eine Rattenplage auszusitzen. Ach - beinahe noch vergessen: Sie hatte übrigens vorher noch Peitschenhiebe mit einer mit Stacheln besetzten Peitsche erhalten.
Esti ist übrigens eine Ich-Erzählerin. Das bedeutet, wir sitzen die ganze Zeit in ihrem Kopf. Und trotzdem schafft sie es, in ihren Gedanken etwas Ultrawichtiges zu verheimlichen, was zum Schluss als Plottwist herhält. Ich könnte hier beinahe genauso lange Kritikpunkte an dem Buch aufzählen, wie das Buch selbst lang ist - und das hat immerhin über 600 Seiten, aber ich ende jetzt einfach mal an dieser Stelle und empfehle es für alle, die auf Lovestories mit einem groomenden, manipulativen Red-Flag-MMC stehen und denen Worldbuilding und Logik genauso unwichtig sind wie das Fahrrad, das gerade in Shanghai umfällt. 1.5/5 Punkten.
Puh. Was war ich lesend? Dark Romantasy meets den Rattenfänger von Hameln meets Fae meets unlogisches Wörldbuilding? Ich hatte eigentlich so Bock auf das Buch, denn Dystopie plus Fae plus Rattenfänger-Retelling klingt echt nach meinem Beuteschema. Allerdings hatte ich nicht damit gerechnet, dass mir ein megatoxischer Typ als Loveinterest untergeschoben wird. Der Rattenfänger groomed und manipuliert, als gäbe es kein Morgen und das Einzige, was für ihn spricht, ist sein gutes Aussehen? Danke, aber NEIN danke. Er ist extrem übergriffig, dabei auch infantil auf eine grausame Art. Das versprochene Slow Burn galt lediglich für mich: Ich habe nicht nur gebrannt, ich habe geradezu gekocht vor Wut über diesen Typen. Er ist widerlich und eine red flag, die so stark leuchtet, dass nicht einmal die Entfernungen der Ley-Lines sie dämpfen können.
Dazu kommt jede Menge Unlogik. In Hamelyn gibt es ständig Plagen. Der Fliegenbefall ist zum Beispiel so stark, dass man nicht ohne Schutz rausgehen kann und die Fliegen Mensch, Tier und Pflanzen ratzeputz aufessen. Sie haben also kaum was zu essen, aber Esti und ihre Familie kann halbwegs von einem Auskommen als Papierherrsteller leben? Weil die Leute in einer Dystopie ja auch bestimmt Wert drauf legen, hübsches Briefpapier zur Verfügung zu haben, oder? Zumal die Stadttore geschlossen waren und niemand rein oder raus kam (warum eigentlich? Welchen Sinn hat das???). Aber bestimmt gab es Postler, die sich durch die Fliegenplage kämpften und ihr Leben riskierten, damit man Tante Emma eine Geburtstagskarte schicken konnte ...
Apropos Essen: Woher kommt das? Okay, es gibt noch Fische aus dem Fluss. Aber ansonsten? Wenn die Fliegen alles fressen?
Oder: Esti wird an einen 12 Meter (!!!) hohen Pfahl gebunden. (Warum muss ein Schandpfahl überhaupt so hoch sein? Die ist unten mit einer Kette befestigt!) Der Pfahl wird auch noch eingeölt, weil ... Weil ... Weil ... Wahrscheinlich gab es mal eine Ölplage und die hatten einfach zu viel Öl übrig. Jedenfalls schafft es Esti trotzdem, sich an der Kette, die um ihren Hals befestigt ist, den eingeölten Pfahl bis ganz nach oben hochzukämpfen und dort stundenlang (!!!) eine Rattenplage auszusitzen. Ach - beinahe noch vergessen: Sie hatte übrigens vorher noch Peitschenhiebe mit einer mit Stacheln besetzten Peitsche erhalten.
Esti ist übrigens eine Ich-Erzählerin. Das bedeutet, wir sitzen die ganze Zeit in ihrem Kopf. Und trotzdem schafft sie es, in ihren Gedanken etwas Ultrawichtiges zu verheimlichen, was zum Schluss als Plottwist herhält. Ich könnte hier beinahe genauso lange Kritikpunkte an dem Buch aufzählen, wie das Buch selbst lang ist - und das hat immerhin über 600 Seiten, aber ich ende jetzt einfach mal an dieser Stelle und empfehle es für alle, die auf Lovestories mit einem groomenden, manipulativen Red-Flag-MMC stehen und denen Worldbuilding und Logik genauso unwichtig sind wie das Fahrrad, das gerade in Shanghai umfällt. 1.5/5 Punkten.