Echte Freundinnen: Emma und Lore geben niemals auf!
Eins vorweg: Alleine schon wegen des tollen Buchcovers verdient „PS: Du bist ein Schatz !“ fünf Sterne und mehr. Sowohl meine 12-jährige Enkeltochter als auch ich waren hellauf begeistert von dem mittlerweile 8. Band der Buchreihe, herausgegeben bei arsEdtion. Es bietet eine Fülle an wunderschönen und farbenfrohen Motiven wie beispielsweise ein kränkelnder Hund, einem rosafarbenen Brief, roten Kirschen, Kiwi und Zitronenscheiben, oder einem Smoothie, was einen insgesamt schon sehr einladenden Eindruck macht. Und diese Lebendigkeit bleibt auch auf den insgesamt 304 Seiten des Autorinnen-Duos Natalie Buchholz (Text) und Inka Vigh (Illustration) erhalten. Alle Bücher dieser Reihe haben einfach Wiedererkennungswert und inhaltlich spiegeln sie das wieder, was im Leben von Kindern ab etwa elf Jahren so vor sich geht. Es handelt wieder von den allerbesten Freundinnen im Teenageralter, Emma und Lore, die Hunderte Kilometer voneinander entfernt wohnen, aber per Handy, mittels Briefen und gegenseitigen Besuche immer in Verbindung bleiben. Emma wohnt in Rosenheim, Lore in Kiel. Diesmal wird die Freundschaft der Mädchen auf eine besonders harte Probe gestellt. Emma fühlte sich bei ihrem letzten Besuch in Kiel ziemlich überflüssig, Lore war nur mit ihrem Handy beschäftigt, während Emma die meiste Zeit mit deren Bruder unterwegs war. Das hat ihr gar nicht gefallen. Hintergrund ist Liebeskummer, Lores Freund Aiko hat Schluss gemacht, aber davon hat sie gar nichts erzählt. Nun herrscht erstmal Funkstille, da Emma auf Lores Handynachrichten nicht reagiert, schreibt diese ihr einen Brief. Lore plagen jedoch mittlerweile selber große Sorgen, ihr Hund Como ist schwer erkrankt, und was macht dann eine allerbeste Freundin? Sie steigt kurzentschlossen in den Zug. Nun könnte man glauben, alles ist wieder gut, doch weit gefehlt. Turbulent geht es beim Wiedersehen zu, es kommt sogar erneut zu Streit. Das ist wie im realen Leben von Teenagern, indem es um erste Liebe, Probleme mit Freunden, Eifersucht und Streit geht. Das Buch rund um Emma und Lore bleibt auf jeder Seite spannend, was auch dem abwechslungsreichen Layout zu verdanken ist. Die einzelnen Kapitel sind kur gehalten, Mal gibt es Textnachrichten, dann Auszüge aus Briefen oder von Postkarten, Gedanken der Protagonistinnen, bei immer wieder wechselnden Schriftarten. Was ich sehr schön fand: Die Mädchen teilen ihre Gefühle mit, ihre Gedanken, Zweifel, Ängste, Unsicherheiten. Das macht das Buch so authentisch, denn so ticken junge Menschen in dem Alter nach meiner Erfahrung. Die Illustrationen wirken wie von Hand gezeichnet und die Notizen sehen ebenso aus. Es ist so, als nehme man am Leben und Erleben der Mädchen persönlich teil. Band 8 der Buchreihe hat mich wieder einmal überzeugt, als äußerst kritische Großmutter kann ich diese Bücher nur wärmstens empfehlen, da sie nah an der Realität sind, qualitativ hochwertig gemacht sind und davon handeln ( und auch eine Botschaft beinhalten), worum es in dem Alter geht und was wichtig ist: Eine Freundschaft, die kleine und große Krisen übersteht, indem man miteinander redet, Verständnis füreinander zeigt und auch bereit ist, einmal Größeres zu wagen und über seinen eigenen Schatten zu springen. Grenzen über Hunderte von Kilometern zu überwinden, um eine Freundschaft zu erhalten. Denn die ist im Leben ein unbezahlbarer und wertvoller „Schatz“.