gute Grundidee, leider weniger gute Umsetzung

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kgranger Avatar

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Die Grundidee von "Purpose" hat mir richtig gut gefallen: Eine True-Crime-Podcasterin, die plötzlich selbst in einen Mordfall verwickelt wird, weil ausgerechnet ihr One-Night-Stand unter Verdacht steht, ein Serienmörder zu sein. Eine spannende Ausgangslage, die eigentlich jede Menge Potenzial für einen packenden Romance-Thriller bietet. Leider hat mich die Umsetzung nur bedingt überzeugen können.

Mein größtes Problem war Paula. Ich fand sie in unglaublich vielen Situationen naiv und konnte ihre Entscheidungen nur schwer nachvollziehen. Wie kann man einem Mann, der möglicherweise ein Serienmörder ist, derart blind vertrauen, nur weil man ihn attraktiv findet? Natürlich lebt die Geschichte auch von diesem gefährlichen Spiel zwischen Anziehung und Misstrauen, aber gerade Letzteres hat mir bei Paula fast vollständig gefehlt. Ich hätte mir deutlich mehr Skepsis, Zweifel und innere Konflikte gewünscht. Auch Tristan konnte mich als Love Interest nicht wirklich überzeugen. Den Vibe zwischen den beiden habe ich leider nicht so richtig gespürt, und ich konnte nur bedingt nachvollziehen, warum Paula so sehr an ihm festhält.

Auch mit dem Schreibstil bin ich nicht ganz warm geworden. Viele Dialoge wirkten auf mich eher wie alltägliche Gespräche, die man tatsächlich irgendwo mithören könnte, als wie Dialoge in einem Roman. Dadurch fehlte mir stellenweise das gewisse Etwas, und auch emotional konnten mich manche Szenen nicht richtig erreichen.

Was mir hingegen gefallen hat, war die Idee, Romance mit einer True-Crime-Geschichte und einer Mordserie zu verbinden. Auch den Romance-Anteil und die grundsätzliche Konstellation fand ich interessant. Ich hatte durchaus Lust, herauszufinden, wie sich die Geschichte entwickelt und wer tatsächlich hinter den Morden steckt.

Unterm Strich also eine tolle Grundidee, die mich neugierig gemacht hat, bei der mich die Charaktere und die sprachliche Umsetzung aber leider nicht vollständig abholen konnten. Schade, denn gerade aus dem spannenden Zusammenspiel von Liebe, Gefahr und Misstrauen hätte man meiner Meinung nach deutlich mehr herausholen können.