Der Traum von Freiheit
Das farbenfrohe, idyllische Cover weckt sofort die Lust auf eine ländliche Geschichte, aber die Leseprobe hat mich mit einer ganz unerwarteten, tiefen Menschlichkeit überrascht. Alex Capus erzählt hier so unaufgeregt und doch voller Empathie, dass man sofort eine tiefe Verbindung zum Protagonisten Arnold aufbaut.Arnold ist kein typischer Held – er hinkt, hat ungewöhnliche Augen und stammt aus einfachen Verhältnissen. Seine Philosophie, sich niemals länger als hundert Tage an ein „Hamsterrad“ von Arbeit zu verkaufen, um seine innere Freiheit zu schützen, ist unheimlich berührend und regt sofort zum Nachdenken an. Wie er mit unbändiger Willenskraft und Fleiß seinen eigenen Grenzgasthof aus dem Boden stampft und den Dorf-Witzbolden mit purem Pragmatismus den Wind aus den Segeln nimmt, ist einfach großartig zu lesen. Die Sprache ist wunderbar bildhaft, warmherzig und transportiert ein ganz feines Gefühl für die Melancholie des Lebens.Diese wenigen Seiten fühlen sich an wie der Beginn einer großen, ehrlichen Lebenserzählung über den Mut, seinen eigenen Weg zu gehen. Ich habe Arnold jetzt schon ins Herz geschlossen und möchte seine Reise unbedingt weiterverfolgen.