An der Grenze
Symptomatisch, wie die erste Hauptfigur dieses Romans den Standort seines zukünftigen Gasthofes auswählt: die Grenze ist der Grundakkord seines Lebens, wie sie auch zum bestimmenden Moment des gesamten Romans wird.
Wie Arnold aufgrund eines Unfalls in jungen Jahren weder vollkommen heil ist noch ein ausgemachter Krüppel, so gestaltet er diese frühen Lebensjahre auch an einer Grenze: keinesfalls gewillt, sich für immer unter das Joch des Hilfsarbeiters zu beugen, wie es ihm im Leben des Vaters vorgezeichnet scheint, wird der doch kein Liederjahn oder Faulpelz. Ebensowenig lässt sich sein Naturell eindeutig verorten: durchaus gewillt, in Frieden mit seiner Umgebung zu leben, weiß er sich durchaus zu wehren, wenn man ihn reizt.
Sein Gasthaus errichtet er an der Grenze zweier Länder, zweier politischer Systeme sogar, und was und wer ihm dort begegnen wird, ist ebenfalls an der Grenze aller möglichen Lebensformen angesiedelt.
Der Titel des Romans verdeutlicht in seiner Knappheit vollendet den Grundduktus: ‚querfeldein‘ beschreibt nicht nur die bevorzugte Fortbewegungsart aller vier Protagonisten, es beschreibt auch prägnant ihre Gemütsart, wie sie ohne Umwege auf ihr jeweiliges Ziel lossteuern.
Ein pikanter Nebenakzent stellt die Zuschreibung ‚schräg‘ für die Tochter Clara dar, auch sie bewegt sich vorzugsweise querfeldein, aber aufgrund ihres zugespitzten Charakters verläuft ihre Lebensgestaltung quer zu der vorherrschenden Richtung im Handlungsverlauf.
Frappierend, wie aus dieser gemütvollen Schilderung der Lebensverhältnisse im ausgehenden 19. Jahrhundert die Zuspitzung der Situation durch die veränderten politischen Verhältnisse im Nachbarland erwächst, ausgelöst durch die einerseits schillernde, andererseits bodenständige Figur des Hermann. Die Ereignisse, die um diese letzte Hauptfigur des Romans kreisen, steigert das Nebeneinander der beiden Länder an ihrer Grenze zu einem Kampf zwischen David und Goliath.
Mehr als bedauerlich, dass wieder einmal das beherzte Eingreifen eines Lektors zu vermissen ist: allzu viele sprachliche und sachliche Anachronismen schmälern das Lesevergnügen erheblich, wenn der Leser mit Aufmerksamkeit auf solche Fehlgriffe stößt.
Wie Arnold aufgrund eines Unfalls in jungen Jahren weder vollkommen heil ist noch ein ausgemachter Krüppel, so gestaltet er diese frühen Lebensjahre auch an einer Grenze: keinesfalls gewillt, sich für immer unter das Joch des Hilfsarbeiters zu beugen, wie es ihm im Leben des Vaters vorgezeichnet scheint, wird der doch kein Liederjahn oder Faulpelz. Ebensowenig lässt sich sein Naturell eindeutig verorten: durchaus gewillt, in Frieden mit seiner Umgebung zu leben, weiß er sich durchaus zu wehren, wenn man ihn reizt.
Sein Gasthaus errichtet er an der Grenze zweier Länder, zweier politischer Systeme sogar, und was und wer ihm dort begegnen wird, ist ebenfalls an der Grenze aller möglichen Lebensformen angesiedelt.
Der Titel des Romans verdeutlicht in seiner Knappheit vollendet den Grundduktus: ‚querfeldein‘ beschreibt nicht nur die bevorzugte Fortbewegungsart aller vier Protagonisten, es beschreibt auch prägnant ihre Gemütsart, wie sie ohne Umwege auf ihr jeweiliges Ziel lossteuern.
Ein pikanter Nebenakzent stellt die Zuschreibung ‚schräg‘ für die Tochter Clara dar, auch sie bewegt sich vorzugsweise querfeldein, aber aufgrund ihres zugespitzten Charakters verläuft ihre Lebensgestaltung quer zu der vorherrschenden Richtung im Handlungsverlauf.
Frappierend, wie aus dieser gemütvollen Schilderung der Lebensverhältnisse im ausgehenden 19. Jahrhundert die Zuspitzung der Situation durch die veränderten politischen Verhältnisse im Nachbarland erwächst, ausgelöst durch die einerseits schillernde, andererseits bodenständige Figur des Hermann. Die Ereignisse, die um diese letzte Hauptfigur des Romans kreisen, steigert das Nebeneinander der beiden Länder an ihrer Grenze zu einem Kampf zwischen David und Goliath.
Mehr als bedauerlich, dass wieder einmal das beherzte Eingreifen eines Lektors zu vermissen ist: allzu viele sprachliche und sachliche Anachronismen schmälern das Lesevergnügen erheblich, wenn der Leser mit Aufmerksamkeit auf solche Fehlgriffe stößt.