Das Hamsterrad
Was mir bei allen Büchern von Capus, ob ernst oder heiter, besonderen Spaß macht, ist seine leichtfüßig plaudernde Redeweise, die einen ob einer liebevollen Ironie schmunzeln lässt, die aber auch mal ins Übermütige kippt. Seine Romane bevölkern in der Regel lauter Individualisten, von denen sich das gewöhnliche Volk eher negativ abhebt. Manchmal geht seinem Ideenreichtum auch der Gaul durch.
Arnold, ein Hans im Glück mit außergewöhnlichen Begabungen, trifft auf Betty, eine hochgradig eigenwillige Frau unklarer Herkunft, deren älteste Tochter Clara dieser charakterlich nacheifert, besonders als sie eine Beziehung mit Hermann, dem tollkühnen Schmuggler, eingeht. Die Geschichte spielt in der ersten Hälfte des Zwanzigsten Jahrhunderts im deutsch-schweizerischen Grenzgebiet, aber die historischen Umstände bilden nur eine Kulisse für die ausreichend dramatischen privaten Vorkommnisse. Als Hermann leichtsinnigerweise die Aufmerksamkeit der nationalsozialistischen Grenzhüter auf sich zieht, drohen der ganzen Familie ungeahnte Gefahren. Und die Verwicklungen im Zusammenhang mit Hermanns Entführung ergeben die reinste Posse, in die er die Zeitläufte notwendigerweise detailgerechter einbezieht.
Die Zitate amtlicher Schriftstücke legen ein reales Vorbild nahe, genauso wie die Danksagungen an diverse Archive der Schweiz und Deutschlands.
Immer wieder wurde ich auch an den Galgenhumor von Hašeks Schwejk erinnert, und gegen Ende habe ich mich beim Lesen immer wieder gefragt: Ist das ein Schelmenstück, das das Wüten des Nationalsozialismus verharmlost? Oder ein hehres Beispiel schweizerischen Freiheitswillens, der dem Unrechtsregime trotzt, wo man doch weiß, wieviele Verfolgte vergeblich an deren Tür klopften? Man weiß es nicht, Capus lässt es auch im Ungewissen. Aber eine schöne Geschichte ist es doch.
Arnold, ein Hans im Glück mit außergewöhnlichen Begabungen, trifft auf Betty, eine hochgradig eigenwillige Frau unklarer Herkunft, deren älteste Tochter Clara dieser charakterlich nacheifert, besonders als sie eine Beziehung mit Hermann, dem tollkühnen Schmuggler, eingeht. Die Geschichte spielt in der ersten Hälfte des Zwanzigsten Jahrhunderts im deutsch-schweizerischen Grenzgebiet, aber die historischen Umstände bilden nur eine Kulisse für die ausreichend dramatischen privaten Vorkommnisse. Als Hermann leichtsinnigerweise die Aufmerksamkeit der nationalsozialistischen Grenzhüter auf sich zieht, drohen der ganzen Familie ungeahnte Gefahren. Und die Verwicklungen im Zusammenhang mit Hermanns Entführung ergeben die reinste Posse, in die er die Zeitläufte notwendigerweise detailgerechter einbezieht.
Die Zitate amtlicher Schriftstücke legen ein reales Vorbild nahe, genauso wie die Danksagungen an diverse Archive der Schweiz und Deutschlands.
Immer wieder wurde ich auch an den Galgenhumor von Hašeks Schwejk erinnert, und gegen Ende habe ich mich beim Lesen immer wieder gefragt: Ist das ein Schelmenstück, das das Wüten des Nationalsozialismus verharmlost? Oder ein hehres Beispiel schweizerischen Freiheitswillens, der dem Unrechtsregime trotzt, wo man doch weiß, wieviele Verfolgte vergeblich an deren Tür klopften? Man weiß es nicht, Capus lässt es auch im Ungewissen. Aber eine schöne Geschichte ist es doch.