Das Leben verläuft eben querfeldein!

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monalisa7 Avatar

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Querfeldein ist ein Roman, der leise beginnt und doch lange nachhallt. Alex Capus erzählt keine Geschichte, die nach Aufmerksamkeit verlangt – sie gewinnt sie ganz von selbst. Mit seiner unverwechselbar ruhigen, warmherzigen Sprache lässt er ein Schweizer Grenzdorf der Zwischenkriegszeit lebendig werden, in dem das Alltägliche ebenso bedeutsam ist wie die großen historischen Umbrüche. Im Mittelpunkt stehen der Wirt Arnold, seine Familie und ein Gasthof an der Grenze, wo Menschen, Schicksale und Hoffnungen einander begegnen. Aus einer Liebesgeschichte wächst allmählich ein vielschichtiges Familienepos, das von Freiheit, Zusammenhalt und der Frage erzählt, was ein gutes Leben eigentlich ausmacht. Der Autor besitzt die seltene Gabe, Geschichten nicht als trockene Abfolge von Ereignissen zu erzählen, sondern als Herzschlag der Menschen.
Besonders beeindruckend ist die poetische Kraft seiner Sprache. Landschaften, Schneefelder, Grenzwege und Wirtshausstuben werden nicht bloß beschrieben sie nehmen den Leser mitten ins Geschehen. Die Grenze ist dabei weit mehr als eine geografische Linie, denn sie wird zum Sinnbild für Entscheidungen, Sehnsüchte und den schmalen Grat zwischen Sicherheit und Freiheit. Capus erinnert daran, dass das Leben oft querfeldein verläuft und abseits der geplanten Wege, voller Zufälle, Verluste und unerwarteter Begegnungen.