Dichte Atmosphäre im vermeintlichen Idyll
Sehr glaubhaft schildert Alex Capus die Lebensgeschichte von Arnold, der nach einem schwierigen Start ins Leben unverhofftes Glück hatte und nun ruhig und zielstrebig an seiner Zukunft baut. Sein neuer Gasthof, zu Beginn des 20. Jahrhunderts kurz vor der Grenze zu Deutschland errichtet, wird ein Erfolg, auch wenn der Name der Wirtschaft nicht Arnolds Wunschname war. Mit Ruhe und Pragmatismus bewältigt er auch das Ungewöhnliche, das ihm begegnet, insbesondere die starke Persönlichkeit seiner Frau und der ältesten Tochter. Erst als die Faschisten heimlich nachts über die Grenze kommen und den Schmuggler Hermann verschleppen, den Geliebten seiner Tochter und unentbehrlichen Helfer in der Gastwirtschaft, laufen die Dinge aus dem Ruder. Ich mag den ruhigen Erzählstil von Alex Capus, und ich bin ihm auch dankbar, dass er bei diesem Buch an die Freunde des Happy Ends gedacht hat, obwohl er es doch ansonsten historisch sehr genau nimmt.