Großartig, absolut lesenswert

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In einem Grenzort namens Ramsen nördlich des Rheins, auf der Schweizer Seite, eröffnet der junge Arnold einen Gasthof, den er nach einigem Hin- und Her dann „Gasthof zur Moskau“ nennt. Die Gastwirtschaft läuft gut und als dann eine junge Frau auf ihrem imposanten Brabanten hier Halt macht, ist Arnold von ihr sofort hingerissen. „Hier kam eine Amazone…“ Sie stellt sich ihm als Betty vor. Bald darauf heiraten sie, Clara wird geboten, sieben weitere Kinder folgen.

Clara ist schon immer anders als die anderen, sie ist neugierig, weder mit Geboten noch mit Verboten ist ihr beizukommen, sie setzt stets ihren Willen durch. Einen Mann will sie nicht, bis dieser eine kommt. Hermann. Ein Schmuggler. Ihn treibt es ähnlich an wie sie, beide leben sie ein Leben jenseits des Üblichen. Bis es eines Tages zum Drama kommt, als im Juni 1933 ein Schmuggler von deutschen NS-Schergen verhaftet, eher jedoch verschleppt wird – wohlgemerkt spielt sich dies auf Schweizer Boden ab.

„Querfeldein“ macht schon ob seiner äußeren Aufmachung neugierig, die Geschichte dann hält, was der erste Eindruck verspricht. Alex Capus führt zunächst Arnold so gut ein, dass man meint, ihn persönlich zu kennen. Er ist zwar körperlich nicht der Größte, charakterlich aber ist er es auf jeden Fall. Er ist zufrieden mit dem, was er geschaffen hat, ist fleißig und handelt vorausschauend und dann ist da urplötzlich seine Betty da - ein ganz und gar anderer Charakter, auch ihre Älteste kommt eher nach ihr. Es gibt Brüche in ihrer aller Leben, der Autor lässt die historisch verbürgten Ereignisse geschickt in seine fiktive Geschichte mit einfließen.

Alex Capus ist ein großartiger Erzähler. Er weiß, seine Leser zu fesseln, er findet zu jeder Zeit den richtigen Ton - besonnen und doch mitreißend. Ein historischer Roman, perfekt umgesetzt. Ein Roman, der gelesen werden will.