Gut geschriebene Geschichte mit unerwartet historischem Background

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Im schweizerischen Bauerndorf Ramsen unweit der Grenze eröffnet der Arbeitersohn Arnold ein Wirtshaus. Er, der immer schon der Außenseiter war unter all den Großbauernsöhnen mit ihrer Überheblichkeit, baut sich eigenständig eine Existenz auf. Es scheint, als habe Arnold, der ansonsten nie im Hamsterrad des Arbeitslebens stecken wollte und überall nur 100 Tage gearbeitet hatte, nun endlich seine Bestimmung gefunden zu haben. Als eines Tages eine Fremde namens Betty auf einem Pferd vorbeikommt, heiratet Arnold sie und zusammen bekommen sie acht Kinder. Das Leben nimmt seinen Lauf, die Kinder werden groß, das Paar lebt sich ein Stück weit auseinander. Als sich die älteste Tochter Clara in Hermann, einen böhmischen Schmuggler verliebt, scheint es so, als würde dieser die Familie wieder vereinen. Doch mit dem Erstarken des Nationalsozialismus wird es auch für Hermann immer gefährlicher, seine Schmuggeltouren ungestört zu absolvieren. Doch er schafft es sogar, aus einem Hinterhalt zu entkommen. Darüber scheinen die Nazis so erbost zu sein, dass sie Hermann eines Nachts kidnappen und auf die deutsche Seite verschleppen. Dies führt zu einem Aufruhr in der Bevölkerung und letztlich auch zu einer staatspolitischen Auseinandersetzung zwischen der Schweiz und Nazi-Deutschland.
Dieses äußerst atmosphärische Buch kommt zunächst einigermaßen harmlos daher, mündet dann aber in eine Widerstandsgeschichte zu Zeiten des Nationalsozialismus. Da der Autor einigen Archiven dankt und diverse Textpassagen offenbar Originaltexte aus damaligen Akten sind, beruht die Geschichte vom entführten Schmuggler Hermann wohl auf Tatsachen. Drumherum hat der Autor eine sehr intensive und bildgewaltige Geschichte gebaut, die von Außenseitertum, Selbstbehauptung und Verbundenheit erzählt.

Fazit: ein sehr lesenswertes Buch