Heimatgeschichte mit Augenzwinkern für ruhige Lesestunden

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buecherseipi Avatar

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Manchmal sind es tatsächlich Cover und Klappentext, die einen in ein Buch locken. So war es auch hier. Ein schönes Cover, eine Gegend, von der ich bisher ehrlich gesagt wenig wusste, und eine Geschichte rund um die Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz. Dazu noch Schmuggler, Polizei und ein Wirtshaus. Ich hab jedenfalls angebissen😅 und deutlich mehr bekommen als ich erwartet hatte.
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Im Mittelpunkt steht Arnold, der zu Beginn noch Ende zwanzig ist und irgendwie so gar nicht der Typ für ein langweiliges, sesshaftes Leben. Er ist fleißig, clever und vor allem ziemlich freiheitsliebend. Bloß nicht zu lange am gleichen Ort bleiben! Bis ihm das Leben – und ein bisschen Glück – plötzlich die Möglichkeit beschert, ein Stück Land zu kaufen und ein Wirtshaus zu bauen.

Und damit nimmt die Geschichte an Fahrt auf und Arnolds Leben eine Richtung, mit der er vermutlich selbst nicht gerechnet hätte.

Besonders schön fand ich, wie sich die Geschichte mit den Figuren entwickelt. Arnold bleibt nämlich nicht einfach der junge Mann vom Anfang. Wir erleben mit, wie er älter wird, Erfahrungen sammelt, Entscheidungen trifft und sich verändert. Dieses Älterwerden und Reifen fängt Alex Capus sehr gut ein, auch bei den übrigen Charakteren, die eine bunte Mischung sind und nicht wie bloße Nebenfiguren wirken. Sie bekommen alle ihre eigenen Ecken, Kanten und Geschichten.

In diesem Buch steckt erstaunlich viel Leben. Es geht um Liebe, Freundschaft, Freiheit, Heimat und die Frage, was man eigentlich aus seinem Leben machen möchte. Gleichzeitig bekommt man ganz nebenbei ein Stück Geschichte mitgeliefert. Historische Ereignisse und die damaligen Lebensumstände werden so selbstverständlich in die Handlung eingebaut, dass es sich nie nach Geschichtsunterricht anfühlt.
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Und dann ist da noch dieser ganz besondere Humor. Nicht laut und aufgesetzt, sondern eher so, dass ich beim Lesen immer wieder schmunzeln musste. Vor allem die Dialoge haben mich bestens unterhalten. Die Figuren dürfen sein wie sie sind, der sture Bauer genauso wie der etwas selbstverliebte Maler oder eben Arnold, den man aufgrund seiner ruhigen und geduldigen Art einfach gern begleitet.

Alex Capus schreibt wunderbar ruhig und bildhaft. Ich konnte mir die Landschaft, das Wirtshaus und die Menschen richtig gut vorstellen und hatte irgendwann das Gefühl, selbst irgendwo dort in dem Gasthaus zu sitzen und dem ganzen Treiben zuzuschauen.

Für mich war das Buch genau das Richtige für ein paar entspannte Lesestunden. Keine Geschichte, die ständig mit dem nächsten großen Knall um die Ecke kommt, sondern eine, die sich Zeit für ihre Menschen nimmt und gerade dadurch ihren ganz eigenen Charme entwickelt.
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Wer Lust auf einen eher leisen, aber wunderbar erzählten historischen Roman hat, bei dem die Menschen und ihre Geschichten im Mittelpunkt stehen, sollte sich dieses Buch definitiv einmal anschauen. Ich jedenfalls habe jetzt ziemlich große Lust bekommen, noch mehr von Alex Capus zu lesen.