Historischer Stoff literarisch aufgearbeitet
Schauplatz ist das Dorf Ramsen im Kanton Schaffhausen. Hier hat Anfang des 20. Jahrhunderts der junge Wirt Arnold einen Gasthof eröffnet. Mit viel Ambitionen, eigenhändigem Anpacken und einem Casinogewinn im Gepäck träumt er vom erfolgreichen Leben. Hier will er endlich sein eigener Chef sein. Er verliebt sich in die unabhhängige, temperamentvolle Betty, die acht Kinder gebären wird.
Das Restaurant befindet sich nur fünfzig Schritte von der Landesgrenze zu Deutschland entfernt und zieht allerhand Gestalten aus der Halbwelt an, die besonders von der Schmugglerei profitieren. Clara, die älteste Tochter des Wirtes verliebt sich in so einen draufgängerischen Burschen. Als sich in den 1930er-Jahren die Fronten verhärten, wird das Schmugglergewerbe noch lukrativer, allerdings auch gefährlicher. Auf der anderen Seite des Grenzzauns lauern nun auch SS-Leute. Der leichtsinnige junge Mann bringt sich immer mehr in Gefahr, was auch auf oberster politischer Ebene beider Länder Folgen hat.
Alex Capus versteht es, amtlich protokollierten Begebenheiten Leben einzuhauchen und eine authentisch anmutende Geschichte darum zu weben. Das macht ihn nicht nur zu einem akribischen Chronisten, sondern auch zu einem begnadeten Erzähler. Obwohl dramaturgisch über weite Strecken eigentlich nicht viel passiert, fühlte ich mich nie gelangweilt oder gar im Stich gelassen. Mit scharfer Beobachtungsgabe und viel Liebe zum Alltäglichen schildert er das Tagwerk der einfachen Leute von damals und macht für mich das Triviale zum Besonderen. Ruhig gleitet die Erzählung vorwärts, ohne ins Mäandern zu kommen. Die Figuren sind nuanciert und greifbar. Dieser Roman hat mir wieder einmal gezeigt, dass nicht jedes Buch schnell, aufregend und ein Pageturner sein muss, um solide zu unterhalten.
Das Restaurant befindet sich nur fünfzig Schritte von der Landesgrenze zu Deutschland entfernt und zieht allerhand Gestalten aus der Halbwelt an, die besonders von der Schmugglerei profitieren. Clara, die älteste Tochter des Wirtes verliebt sich in so einen draufgängerischen Burschen. Als sich in den 1930er-Jahren die Fronten verhärten, wird das Schmugglergewerbe noch lukrativer, allerdings auch gefährlicher. Auf der anderen Seite des Grenzzauns lauern nun auch SS-Leute. Der leichtsinnige junge Mann bringt sich immer mehr in Gefahr, was auch auf oberster politischer Ebene beider Länder Folgen hat.
Alex Capus versteht es, amtlich protokollierten Begebenheiten Leben einzuhauchen und eine authentisch anmutende Geschichte darum zu weben. Das macht ihn nicht nur zu einem akribischen Chronisten, sondern auch zu einem begnadeten Erzähler. Obwohl dramaturgisch über weite Strecken eigentlich nicht viel passiert, fühlte ich mich nie gelangweilt oder gar im Stich gelassen. Mit scharfer Beobachtungsgabe und viel Liebe zum Alltäglichen schildert er das Tagwerk der einfachen Leute von damals und macht für mich das Triviale zum Besonderen. Ruhig gleitet die Erzählung vorwärts, ohne ins Mäandern zu kommen. Die Figuren sind nuanciert und greifbar. Dieser Roman hat mir wieder einmal gezeigt, dass nicht jedes Buch schnell, aufregend und ein Pageturner sein muss, um solide zu unterhalten.