Kleine historische Episode wird zu einer wunderbar witzigen und rührenden Geschichte

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Der junge Wirt Arnold schafft es mit Disziplin und Glück, dem typischen Hamsterrad von Lohnarbeit zu entkommen und schon mit Anfang Dreißig sein eigener Herr in seinem Gasthaus an der schweizerisch-deutschen Grenze zu sein. In seinem Gasthaus Zur Moskau treffen sich nicht nur die Witzbolde, die maßgeblich zu diesem Namen beigetragen haben, sondern auch allerhand skurrile Gestalten. Und eines Tages reitet auch seine zukünftige Frau Betty an diesem Hof vorbei.

Mit viel Humor und Augenzwinkern wird von den folgenden Jahren berichtet, in denen Betty und Arnold acht Kinder bekommen und den Gasthof führen. Im weiteren Verlauf dreht sich der Roman dann, neben anderen feinen Episoden aus dem Dorfleben, um die älteste Tochter Clara, die sich in den Schmuggler Hermann verliebt. Als dieser von Nazi-Schergen entführt wird, begehrt das ganze Dorf auf.

Besonders dieser Teil ist eine Zusammenstellung aus historische Fakten und wo diese nicht mehr zu finden sind, meldet sich der Erzähler selbst zu Wort. Er hat ein bestimmtes Ende der (Liebes-) Geschichte im Kopf und auch wenn dieses letztlich doch offen bleibt, ist es stimmig! Dieser offene Ton, das Einmischen des Erzählers, der uns ab und zu an die Hand nimmt, trägt sehr zum Humor des Textes bei, der sich nicht allzu ernst nimmt und in meinen Augen das Ziel hat, den Leser mit einer Geschichte rund um skurrile Gestalten zu erfreuen. Mit dem Fleiß, den Arnold und seine Frau an den Tag legen, und der erfolgreichen Einmischung der kleinen Leute in den politischen Betrieb kann das Buch natürlich auch als Aufforderung zu mehr Engagement und Teilnahme im politischen Heute verstanden werden kann. Auf jeden Fall ist dies ein sehr lesenswerter Roman, der mich gut unterhalten, mir zugleich ein paar historische Zusammenhänge aufgezeigt und vor allem den Glauben an die Kraft der Tat geschenkt hat!