mittendurch

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kniga Avatar

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„Querfeldein“ von Alex Capus hat mich vor allem durch seine besondere Atmosphäre angesprochen. Die Geschichte spielt in einem kleinen Schweizer Grenzdorf und beginnt vor ungefähr hundert Jahren. Im Mittelpunkt stehen der junge Gastwirt Arnold, seine Frau Betty und ihre große Familie. Schon nach wenigen Seiten hatte ich das Gefühl, selbst in diesem Gasthof zu sitzen und den Gesprächen der Dorfbewohner zuzuhören.

Gut gefallen hat mir, dass das Buch von gewöhnlichen Menschen erzählt. Es sind keine großen Helden, sondern Wirtsleute, Bauern und Dorfbewohner mit ihren Fehlern und Eigenheiten. Am Stammtisch wird gescherzt, gestritten und geredet. Doch als es darauf ankommt, müssen die Menschen entscheiden, ob sie wegsehen oder zusammenhalten.

Manchmal war mir die Geschichte etwas zu ruhig. Ich hätte mir an einigen Stellen mehr Tempo und noch stärkere Einblicke in die Gedanken einzelner Personen gewünscht. Andererseits passt gerade diese unaufgeregte Art zu dem Dorf und zu der Zeit, in der die Handlung spielt. Das Drama entwickelt sich langsam und wirkt dadurch glaubwürdig.

Alex Capus erzählt ruhig und ohne große Effekte. Trotzdem wurde die Geschichte für mich nie langweilig. Einige Figuren wirkten auf mich fast so, als könnte es sie wirklich gegeben haben. Auch der Humor kommt an manchen Stellen nicht zu kurz, obwohl die politischen Entwicklungen im Hintergrund immer bedrohlicher werden. Eine Geschichte, die leise beginnt, aber lange im Gedächtnis bleibt.