Pragmatisch

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meldsebjon Avatar

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Vor über hundert Jahren eröffnet Arnold in der Schweiz, nahe der Grenze eine Gaststätte. Die Lage etwas außerhalb des Dorfes Ramsen aber an der Route der Grenzgänger gelegen, hat er gut bedacht, auch einen Namen hatte er. Nun lag das neue Lokal aber in der Nähe zu einem Gebäude, das als "Peters Burg" bekannt war und erhielt wegen der Nähe zu "Petersburg" von den Witzbolden des Dorfes den Namen "Moskau", was absolut nicht in Arnolds Sinne war. Anstatt jetzt aber seinen Namen durchzusetzen, übernahm er einfach den Namen Moskau und da der Schildermaler bereits "Zur" geschrieben hatte, wurde "Zur Moskau" daraus. So pragmatisch setzt sich Arnolds Leben fort. Pragmatisch nimmt er alles hin, was er nicht ändern kann und macht das Beste daraus. Die Gaststätte läuft gut, nachdem er bei mehreren Frauen immer etwas auszusetzen hatte kam die eine, die dann blieb und mit der er viele Kinder hatte. Der erste Weltkrieg kam und ging, ebenso verließen seine Kinder das Hau, bis auf eine, die blieb und um deren Geschichte es dann weiterhin geht. Scheinbar ohne Höhen und Tiefen, vor allem ohne große Gefühle, plätschert das Leben so vor sich hin. 1933 gerät das kleine Dorf und Arnolds Familie dann doch noch in die Mühlen von Politik und Justiz. Man bleibt bei der ruhigen, pragmatischen Einstellung und Lebensweise und irgendwie scheinen sich die Probleme in Luft aufzulösen.
In kurzen, knappen Sätzen schildert Alex Capus das Leben in dieser Grenzregion. Sätze, die mich sehr an Erich Kästner erinnern, die manchmal bedeutsamer sind, als sie auf den ersten Blick wirken, genauso, wie Arnolds Leben vielleicht auch bedeutsamer ist, als es auf den ersten Blick zu sein scheint. Ein Autor, der mit der Sprache spielt , der Zwischentöne und leisen Humor beherrscht und dessen Bücher man nicht nur einmal lesen sollte!