Querfeldein über die Grenze

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Nach unruhigen Wanderjahren erfüllt sich der junge Arnold mit dem Geld, das er im Casino beim Roulette gewonnen hat, einen Traum. Er eröffnet in der Schweiz an der Grenze zu Deutschland ein Gasthaus, das er „Zur Moskau“ nennt. Seine Gäste sind Bewohner des Dorfes und gelegentlich Schmuggler, die nachts heimlich die Grenze überqueren. Eines Tages erscheint hoch zu Ross eine Fremde namens Betty, die ‚Richtige‘ für Arnold. Er heiratet sie und bekommt mit ihr acht Kinder. Die Jahre ziehen dahin bis 1933 der Schmuggler Hermann Weber, der auf der Flucht vor den Grenzbeamten ist, bei Arnold Zuflucht sucht. Clara, die älteste Tochter, verliebt sich in den wagemutigen Burschen und bald ist Hermann in der Familie nicht mehr wegzudenken. Als jedoch eines Nachts ein Trupp der SA Hermann entführt, über die Grenze nach Deutschland verschleppt und in Singen inhaftiert, bricht im Dorf eine Welle der Empörung los, die ihre Ausläufer bis in die Landeshauptstadt hat …

Alex Capus, geb. 1961 in Mortagne-au-Perche/Frankreich, ist ein Schweizer Schriftsteller mit doppelter Staatsbürgerschaft. Er schrieb bisher mehrere erfolgreiche Romane und wurde für sein literarisches Schaffen 2020 mit dem Solothurner Kunstpreis ausgezeichnet. Capus ist verheiratet, Vater von fünf Söhnen und lebt heute als freier Schriftsteller in Olten.

Mit seinem Roman „Querfeldein“ (2026, Hanser-Verlag) ist es dem Autor großartig gelungen, eine Person aus der Vergangenheit (Hermann Weber, dem in Singen ein Stolperstein gewidmet ist) wieder zum Leben zu erwecken und ein Stück Deutsch/Schweizer Zeitgeschehen eindrucksvoll zu beschreiben. In seinem gewohnt flüssigen und gut verständlichen Schreibstil, in dem ab und zu eine gute Portion Humor durchblitzt, erzählt er von den damaligen Ereignissen. Seine Figuren mit all ihren Stärken und Schwächen beschreibt er so lebendig, dass man den Eindruck hat, diesen schon begegnet zu sein und sie schon lange zu kennen. Neben dörflichen und familiären Begebenheiten erfahren wir auch einiges über das politische Geschehen vor 100 Jahren. Ausdrucksstarke Beschreibungen der Landschaft um den Bodensee bereichern die Geschichte und machen das Lesen zu einem kurzweiligen Vergnügen.

Fazit: Ein lesenswertes Buch, das ich gerne weiterempfehle.