Schweizer Grenzerlebnisse zur NS-Zeit
Wie einen Dokumentarbericht beschreibt Capus die Geschichte vom Arbeitersohn Arnold und seinem Gasthof an der deutsch-schweizerischen Grenze Anfang des 20.Jahrhunderts.Klar und sachlich stellt er das Leben des Einzelgängers dar, der nie eine Ausbildung gemacht hat und von allen Tätigkeiten schnell gelangweilt war. Durch einen zufälligen Gewinn in einer Spielbank reich geworden, erfüllt er sich den Traum von einem Gasthof, der ein abwechsungsreiches Leben verspricht. Capus konzentriert sich auf ein paar Episoden: Begegnung mit seiner selbstbewußten Frau, mit der er 8 Kinder bekommt, die Entwicklung seiner ebenso selbstbewußten Tochter und deren Leben mit einem freiheitsliebenden Mann, der bald Schwierigkeiten mit den deutschen Nazi-Grenzern bekommt. Leitgedanken der Hauptpersonen sind Neugier und Freiheit. Das ist nicht einfach zu leben, besonders Anfang des 20. Jahrhunderts. Aber Capus schildert die eigenwilligen Charaktere klar, nachvollziehbar und mit Humor. Gut recherchiert und fesselnd beschrieben.