sehr skurril und schräg

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simonef Avatar

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Der junge Arnold eröffnet um 1900 nach unsteten Wanderjahren in seinem Heimatdorf einen Gasthof kurz vor der Schweizer Grenze zu Deutschland. Dort trifft ein buntes Völkchen aufeinander: Dorfbewohner, Händler, Schmuggler, Handwerker, Kaufleute und Reisende aller Art. Als eines Wintertages eine geheimnisvolle Frau auf einem Pferd ankommt, weiß Arnold sofort: Sie oder keine. Die beiden heiraten und bekommen acht Kinder, von denen Clara die älteste ist und durch ihr Verhalten heraussticht: Sie ist unkonventionell, bricht immer wieder aus und hat ihren ganz eigenen Kopf. Turbulent wird es, als sie 1933 den unbekümmerten Schmuggler Hermann kennenlernt und sich in ihn verliebt.

Für mich war es das erste Buch von Alex Capus, so dass ich beurteilen kann, ob der ganz spezielle Stil dieses Romans sein Markenzeichen ist. Mich hat „Querfeldein“ überrascht, weil ich nicht mit Figuren gerechnet hatte, die so skurril sind. Bereits Betty ist in jeder Hinsicht ungewöhnlich und schwer zu fassen, und ihre Tochter Clara steht ihr in nichts nach. Die Handlung ist durchaus flüssig zu lesen und unterhaltsam, aber im Großen und Ganzen wenig glaubwürdig und immer eine Spur zu schräg, um authentisch zu sein. Ein junges Mädchen, das sich körperlich gegen die Zudringlichkeiten von sechs halbstarken, sportlichen Jungs gleichzeitig durchsetzt? Eine Frau, die ihren Mann nicht einmal das eigene Kind auf den Arm nehmen lässt, weil es „ihres“ ist? Schon sehr speziell. Auch sprachlich passt der Roman nicht so recht in das frühe 20 Jahrhundert. Dass der Ausdruck „Baby“ damals schon im Alltag üblich war, ist zu bezweifeln, auch wenn er im deutschen Sprachraum seit 1860 zumindest in höheren Kreisen bekannt war. Das Lied „Happy Birthday“ wurde damals aber ganz sicher noch nicht hierzulande gesungen.

Je weiter der Roman fortschreitet, desto weniger konnte ich mit der Geschichte anfangen, und die Figuren blieben mir komplett fremd. Wer einen realistischen, historisch plausiblen Roman erwartet, wird hier eher enttäuscht sein. Ich würde „Querfeldein“ eher Freunden etwas schräger Geschichten empfehlen.