Unverkennbar aus der Feder von Capus

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timphilipp Avatar

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Das Buch ist unverkennbar ein Werk des schweizerischen Schriftstellers Alex Capus. Wenn es mir ohne Titel und Autorennamen zum Lesen vorgelegt worden wäre, hätte ich schnell ihn als Schreiber wiedererkannt aufgrund seines typischen Schreibstils, wie er mir aus seinen früheren Romanen schon bekannt ist. Ich denke da nur an „Königskinder“, „Das Leben ist gut“ oder „Das kleine Haus am Sonnenhang“. Vieles klingt wie in einem Märchen; Belanglosigkeiten werden in extenso und mit überbordender Fantasie ausgeschmückt; Capus kommt vom Hölzchen zum Stöckchen. Und genau das ist es, was mich seine Geschichten so gerne lesen lässt. Dass der vorliegende Roman im Kneipenmilieu angesiedelt ist, kommt natürlich nicht von ungefähr. Capus betreibt selbst eine Bar in der Schweizer Kleinstadt Olten. Das, was auf dem Buchrückentext in den Vordergrund des Romans gestellt wird, nämlich ein Aufstand von Dörflern gegen eine Großmacht, wird in der Geschichte allerdings erst im letzten Teil thematisiert. Vorher wird noch die sehr viel längere Geschichte des sehr sympathischen Gasthofbetreibers und seiner Familie erzählt in dem Zeitraum ca. 1902 bis 1933. Erst hier wird dann übergeleitet zu einer wahren David gegen Goliath-Geschichte. Die Bewohner des Dorfes mit dem Gasthof an der deutsch-schweizerischen Grenze wehren sich geschickt gegen die Entführung des Schwiegersohnes in spe ihres Wirtes durch deutsche SS-Männer. Auf höchster politischer Ebene protestiert dann die Schweiz offiziell in Berlin, so dass letztlich die deutsche NS-Regierung in Berlin, klein beigibt. Dieser Teil dürfte sich an eine wahre Begebenheit anlehnen, nämlich die Verschleppung des deutschen Journalisten Jacob durch die Gestapo auf Schweizer Boden.
Ein wirklich lesenswerter Roman.