Wie das Leben spielt
Alex Capus ist einer meiner Lieblingsautoren. Er schreibt so, wie ich es mag: in knappen Sätzen, wo jedes Wort sitzt, dabei höchst anschaulich und lebendig geschildert, von feinem, manchmal hintersinnigem Humor durchzogen. Capus erzählt in seinen historischen Romanen Geschichten, die wahr sein könnten, aber er nutzt den Stoff vor allem, um uns menschliche Verhaltensweisen in mannigfaltiger Weise vor Augen zu führen. Er beherrscht diese Kunst sehr treffend und amüsant, wobei ihm immer wieder die Schweizer mit ihren Eigenheiten köstliche Vorlagen liefern. So auch in Querfeldein: Das Schweizer Grenzdorf Ramsen, nahe am Rhein und der Grenze zu Deutschland gelegen, bietet den passenden Hintergrund für den schmalen Roman. In den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts baut etwas außerhalb des Dorfes ein junger Mann einen Gasthof, der bald floriert. Wie er zu dem nötigen Geld und das Gasthaus zu seinem Namen „zur Moskau“ gekommen ist, allein diese Geschichten würden die Lektüre schon lohnen. Aber es geht so weiter, auf ähnlich märchenhafte Weise kommt der freundliche junge Gastwirt zu einer selbstbewussten, starken Frau, die ihm acht Kinder gebiert, und die älteste Tochter, die schräge Clara, drei Jahrzehnte später zu einem Liebsten aus der Fremde, der wie etliche Bewohner dieser Grenzgegend vom Schmuggel lebt. Aber jenseits der Grenze haben inzwischen die Nazis die Macht ergriffen, und das Unglück nimmt seinen Lauf … Das Unglück allerdings stärkt den Zusammenhalt erst der Dorfgemeinschaft, dann sogar der Schweizer Politik, erneut auf nahezu märchenhafte Weise.
Capus beherrscht die Kunst, seine Geschichten gleichzeitig kühl und warmherzig zu erzählen, selbst Bösewichte sind nicht nur böse, sondern auch arme Wichte. Den Männern stehen meist lebenskluge, starke Frauen zur Seite, auch Liebesgeschichten kommen nicht zu kurz. Geprägt sind diese Menschen durch die jeweilige Gesellschaft mit ihren eigenen Gesetzen und Verhaltensregeln, die sie mal achten, mal umgehen, wie im richtigen Leben. Mein Fazit: Uneingeschränkte Leseempfehlung!
Capus beherrscht die Kunst, seine Geschichten gleichzeitig kühl und warmherzig zu erzählen, selbst Bösewichte sind nicht nur böse, sondern auch arme Wichte. Den Männern stehen meist lebenskluge, starke Frauen zur Seite, auch Liebesgeschichten kommen nicht zu kurz. Geprägt sind diese Menschen durch die jeweilige Gesellschaft mit ihren eigenen Gesetzen und Verhaltensregeln, die sie mal achten, mal umgehen, wie im richtigen Leben. Mein Fazit: Uneingeschränkte Leseempfehlung!