Eine gute Lesezeit, aber kein Highlight

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elenis.booknook Avatar

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Rabbit war mein erstes Werwolf-Buch überhaupt und ich muss sagen: Es hat mir wirklich gut gefallen. Besonders der Schreibstil hat mich direkt abgeholt und dafür gesorgt, dass ich gut durch die Geschichte gekommen bin.

Was mir allerdings nicht ganz zugesagt hat, waren einige der Spice-Szenen. Diese wirkten auf mich stellenweise etwas befremdlich, vor allem wegen eines sehr typischen Werwolf-Elements: dem sogenannten „Knoten“. Anfangs war das für mich ziemlich cringe, bis ich es gegoogelt habe und verstanden habe, dass dieses Detail tatsächlich anatomische Gründe hat. Danach war es für mich okay, auch wenn ich manche Szenen weiterhin eher befremdlich als heiß fand.

Generell würde ich das Buch als vollkommen enjoyable beschreiben. Es war eine richtig gute Lesezeit, auch wenn ich nicht ganz greifen kann, warum es mich emotional nicht komplett umgehauen hat. Es ist gut, spannend, unterhaltsam, aber eben kein Highlight für mich.

Die Vergangenheit unserer Protagonistin ist hart. Wirklich hart. Hier ist es extrem wichtig, die Triggerwarnungen ernst zu nehmen (falls man welche hat), denn die Intensität ihrer Erlebnisse und das, was sie durchstehen musste, ist nichts, was man einfach nebenbei liest. Gleichzeitig ist ihr Verhalten dadurch absolut nachvollziehbar. Man versteht, warum sie handelt, wie sie handelt, ihre Reaktionen, ihre Schutzmechanismen, ihre innere Härte.

Unser Antagonist, ist ehrlich gesagt kaum zu ertragen. Wirklich ein Charakter zum Hassen. Das war für die Intensität im Buch wirklich gut. Umso schöner fand ich die Entwicklung der Geschichte insgesamt: Wie aus der Vergangenheit, aus Schmerz und neuen Erfahrungen Stärke entsteht. Diese Entwicklung hat mir sehr gefallen.

Die Love Story mochte ich sehr. Sie war schön zu lesen, emotional stimmig und hat mich abgeholt. Besonders der Male-Main-Character hat mir unglaublich gut gefallen: empowernd, unterstützend, respektvoll, für mich ein absolut erstrebenswerter Charakter und definitiv eines der Highlights des Buches.

Die Charakterentwicklung sollte man hier allerdings etwas anders betrachten als in klassischen Romance-Büchern. Vieles ist instinktgetrieben, beeinflusst von der Tatsache, dass unsere Protagonistin eine Wölfin in sich trägt, mit tierischen Impulsen, Instinkten und einem starken inneren Willen. Wenn man das im Hinterkopf behält, funktioniert die Entwicklung der Figuren für mich richtig gut.

Auch das Cover ist ein echtes Plus. Die Farbwahl ist stark, sehr stimmig zur Geschichte, und ich verstehe sofort, warum genau diese Farben gewählt wurden. Besonders schön finde ich, dass einzelne Elemente, die Blütenblätter bzw. Blutstropfen, schimmern, während das restliche Cover matt gehalten ist. Dadurch heben sich bestimmte Details bewusst hervor, was das Cover insgesamt sehr hochwertig wirken lässt. Für mich braucht das Buch somit echt keinen Farbschnitt oder anderen Schnickschnack.

Fazit:
Rabbit war für mich ein 3,5-Sterne-Read. Ein gutes, unterhaltsames Buch mit starken Charakteren, einer schönen Love Story und einer intensiven Vergangenheit, nicht perfekt, nicht mein neues Lieblingsbuch, aber definitiv eine gute Lesezeit.