wild aber unterhaltsam

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brombeere Avatar

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Worum geht es?
Seneca gehört einem Rudel Gestaltwandler an, doch hat ihre eigene Wölfin noch nicht erhalten. Bei dem Ritual läuft einiges schief und der brutale Alpha denkt nur noch daran sie loszuwerden und setzt sie somit im Revier eines fremden Rudels aus.

Worum geht es wirklich?
Zusammengehörigkeit, Schicksal und Führung.

Lesenswert?
Kein. Man verpasst nichts bei dieser Lektüre, aber sie hat mich dennoch gut unterhalten. Senecas Geschichte beginnt in ihrem Rudel, das von Machtgier und toxischem Miteinander geprägt ist. Weil sie sich den Regeln des Alphas nicht beugen will und ihre Verbindung zur Wölfen schiefläuft, wird sie quasi verstoßen in ein fremdes Revier. Natürlich will erst der eine Anführer sie und dann der andere. Natürlich mausert sie sich von der Ausgestoßenen zu einem relevanten Rudelmitglied.
Sprachlich (Übersetzung Barbara Ostrop) fand ich das Buch oft anstrengend, da Seneca und ihre Wölfen teilweise im Plural sprechen und Zwiegespräche im Kopf führen. Zudem ist das Buch ziemlich spicy, alles ausgelegt auf das Wolfs- und Dominanzthema. Ich fand die Szenen okay, aber die Häufigkeit schon recht viel.
Seneca ist eine interessante Person, doch widerspricht sich das Verhalten teilweise mit den Aussagen. Einerseits verhält man sich gegenüber anderen Frauen herablassend, spricht dann aber von einer Gemeinschaft.
Das Anspruchsdenken und die Eifersucht werden durch das Wolfleben legitimiert und sich dadurch ganz normal und erwünscht. Manchmal echt unangenehm zu lesen.
Spannend war, dass Seneca einfach sehr wild ist und mit Tyran auf eine ebenbürtige Person trifft. Zusammen sind die beiden ein bisschen Bonnie und Clyde auf Rachefeldzug. Es gefiel mir, wie ungestüm sie dargestellt wird und dass sie keine zurückhaltende junge Frau ist.
Viele Ideen zum Miteinander im Rudel waren schön und auch irgendwie wohlwollend und ruhig. Zwar mit Dominanz, aber als eine Art Führung und Schutz und Miteinander.
Netter Einzelband, spicy Wolfszenen inklusive. Anstrengende Sprache an einigen Stellen, aber gut unterhaltsam. Ob ich noch weitere Bücher von den beiden Autor*innen lesen würde, käme sehr auf das Thema an.