Zwischen Abschied, Neuanfang und ein bisschen Magie

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uml801 Avatar

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„Rauhnachttage“ hat mich vor allem durch seine ruhige und besondere Atmosphäre angesprochen. Im Mittelpunkt steht Luise, eine junge Ärztin, die eigentlich gerade beruflich einen wichtigen Schritt geschafft hat, dann aber durch den plötzlichen Tod eines guten Freundes völlig aus der Bahn geworfen wird. Sie macht sich Vorwürfe, zweifelt an sich selbst und irgendwie auch daran, wie ihr Leben eigentlich weitergehen soll.

Über die Weihnachtsfeiertage zieht sie sich deshalb in ein Haus am Meer zurück. Dort stößt sie eher zufällig auf die Welt der Rauhnächte und die alten Rituale, mit denen sie als Wissenschaftlerin zunächst überhaupt nichts anfangen kann. Gerade dieser Gegensatz hat mir gut gefallen. Luise glaubt nicht einfach plötzlich an Magie, sondern nähert sich dem Ganzen langsam und skeptisch. Die zwölf Nächte werden für sie zu einer Art Reise zu sich selbst – zum Nachdenken, Loslassen und vielleicht auch dazu, wieder Vertrauen ins Leben zu entwickeln.

Besonders schön fand ich die winterliche Stimmung. Das Meer, die Ruhe, die dunklen Tage zwischen Weihnachten und Neujahr und diese ganz eigene Atmosphäre der Rauhnächte passen wunderbar zu Luises Gefühlswelt. Gleichzeitig ist das Buch nicht nur eine Geschichte über Rituale und Spiritualität. Es geht um Trauer, Schuldgefühle, Neuanfang, Selbstzweifel und die Frage, wie man nach einem schweren Einschnitt wieder nach vorne schauen kann.