Zwischen Trauer, Neuanfang und ein bisschen Rauhnacht-Magie

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sunshine22 Avatar

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Die Leseprobe von Rauhnachttage hat mich mit ihrer Mischung aus winterlicher Atmosphäre, Humor und ernsteren Gefühlen schnell für sich gewonnen. Luise verbringt Weihnachten allein in der Wohnung ihrer besten Freundin Linh am Meer. Weihnachten ist für sie schon lange kein Ort mehr, an dem sie sich zu Hause fühlt, und schnell wird deutlich, dass etwas Schmerzhaftes dahintersteckt.

Linh hat ihr ein komplettes Rauhnacht-Paket hinterlassen – inklusive Räucherwerk, Tagebuch und einem Plan für die kommenden zwölf Tage. Ausgerechnet Luise kann als Ärztin mit solchen Ritualen überhaupt nichts anfangen. Ihre skeptischen und teilweise herrlich trockenen Kommentare haben mich deshalb immer wieder zum Schmunzeln gebracht.

Doch hinter ihrem Sarkasmus verbirgt sich eine traurige Geschichte. Im Herbst verunglückte ihr guter Freund Felix bei einer gemeinsamen Fahrradtour schwer. Obwohl Luise sofort versuchte, ihn wiederzubeleben, verfolgen sie die Bilder dieses Tages bis heute und sie scheint sich selbst eine große Mitschuld zu geben.

Umso schöner fand ich den Moment, in dem sie sich schließlich doch auf das erste Rauhnacht-Ritual einlässt und dreizehn Wünsche formuliert. Allein das scheint ihr Gedankenkarussell für einen Moment zur Ruhe zu bringen.

Ich bin sehr gespannt, was die zwölf Rauhnachttage mit Luise machen werden und ob sie es schafft, ihre Schuldgefühle langsam loszulassen. Besonders neugierig bin ich auch auf den einen Wunsch, von dem sie glaubt, dass ihn nicht einmal das Universum erfüllen könnte. Eine gefühlvolle, winterliche und gleichzeitig angenehm humorvolle Leseprobe über Trauer, Neuanfang und die Hoffnung, wieder etwas leichter durchs Leben gehen zu können.