Entschleunigend

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franzel_79 Avatar

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Mit den Rauhnächten hatte ich bisher ehrlich gesagt gar nicht so viel am Hut und ich wusste auch nicht wirklich, was mich bei diesem Buch erwartet. Umso mehr hat es mich überrascht, wie gerne ich Luises Geschichte gelesen habe.

Luise ist Ärztin und trägt nach dem Tod eines Freundes ziemlich schwer an dem, was passiert ist. Sie zieht sich über Weihnachten und den Jahreswechsel ans Meer zurück und kommt dort mit den Rauhnächten und den dazugehörigen Ritualen in Berührung. Und gerade weil sie selbst eher rational denkt und mit solchen Dingen zunächst nicht besonders viel anfangen kann, fand ich ihren Weg sehr nachvollziehbar.

Was mir besonders gefallen hat: Die Rauhnächte stehen zwar im Mittelpunkt, aber das Buch versucht einem nichts aufzudrängen. Es geht genauso sehr um Trauer, Schuldgefühle, Freundschaft und darum, sich selbst vielleicht auch mal ein bisschen anders zu betrachten.

Die Geschichte ist eher ruhig und trotzdem habe ich sie unglaublich gerne gelesen. Gerade das Setting am Meer hat für mich richtig gut dazu gepasst. Man begleitet Luise durch diese besondere Zeit zwischen Weihnachten und dem neuen Jahr und merkt dabei, wie sie Stück für Stück anfängt, sich mit dem auseinanderzusetzen, was passiert ist – und auch mit sich selbst.

Und tatsächlich hat das Buch etwas geschafft, womit ich vorher gar nicht gerechnet hätte: Es hat mich neugierig auf die Rauhnächte gemacht. Auf die Rituale, auf die Gedanken dahinter und vielleicht auch darauf, sich selbst einmal bewusst die Zeit zu nehmen, über das vergangene Jahr und das, was vor einem liegt, nachzudenken.

Für mich war Rauhnachttage deshalb nicht nur eine schöne Geschichte. Es war eines dieser Bücher, bei denen man während des Lesens immer mal wieder bei seinen eigenen Gedanken hängen bleibt.

Ruhig, emotional und irgendwie genau passend für diese dunklere Jahreszeit. Ein Buch, das bei mir auf jeden Fall noch ein bisschen nachwirken wird. ❤️