Enttäuscht nicht!

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Das Buchcover hat etwas Dunkles, Geheimnisvolles, auch das Thema war für mich bisher eher geheimnisvoll. Dabei ist es das eigentlich gar nicht. Es ist eher mystisch und hat etwas damit zu tun, sich mit sich selbst zu beschäftigen.
Das Buch umfasst die Zeit vom 24.12. bis zum 05.01., jedes Kapitel entspricht einem Tag. Die Hauptperson Luise braucht eine Auszeit und möchte zur Ruhe kommen, dazu scheint die Zeit um Weihnachten und den Jahreswechsel perfekt. Sie verbringt diese Zeit alleine in der Wohnung ihrer besten Freundin am Meer. Aufgrund der Geschenke ihrer Freundin ist Luise quasi gezwungen, sich mit dem uralten Brauch der Rauhnächte und seinen Ritualen zu befassen, was ihr eigentlich gar nicht passt. Anfangs fällt es ihr schwer und man hat den Eindruck, dass sie sich gegen diese von außen aufgedrängten Vorgaben sträubt. Luise lässt sich jedoch darauf ein und mit der Zeit gelingt es ihr immer besser, auch weil sie merkt, dass ihr manche der Rituale guttun. Nach und nach gewinnt Luise wichtige Erkenntnisse für ihr eigenes Leben. Auch die Bekanntschaft zweier Personen, und was sie mit ihnen erlebt und wie sie mit ihnen kommuniziert, helfen ihr dabei, sich mit sich selbst auseinander zu setzen und in gewisser Weise auch Ballast abzuwerfen.
Die Figuren sind aus meiner Sicht sehr authentisch beschrieben. Man kann sich in sie hineinversetzen und bekommt Lust, dabei zu sein. Mich hat das Buch zum Nachdenken über auch mein eigenes Leben angeregt. Mit dem Thema Rauhnächte hatte ich mich bisher nicht beschäftigt und war interessiert, in einem Romankontext mehr darüber zu erfahren. Das ist gut gelungen, finde ich. Ich mag solche Bücher, die sich leicht lesen lassen, aber doch tiefgründig sind und die eigene Seele berühren.
Rauhnachttage ist der zweite Roman von Ina Bhatter. Ich kannte die Autorin bisher noch nicht, habe jetzt aber große Lust, auch ihren Debütroman zu lesen.