Für mich leider weit hinter meinen Erwartungen

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saskia1312 Avatar

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Leider war ich wohl doch nicht die Zielgruppe, denn "Rauhnachttage" von Ina Bhatter konnte mich nicht wirklich überzeugen. Die viel gelobten Emotionen kamen bei mir nicht an und das Buch zog sich bis zum Schluss.

Der Klappentext des Buches las sich für mich wirklich vielversprechend und die Rauhnächte waren ein Thema, welches mir bis dahin unbekannt war aber durchaus interessant klang. Deswegen entschied ich mich, "Rauhnachttage" unbedingt lesen zu müssen.
Der Einstieg gefiel mir auch wirklich gut. Luise wohnt während der Weihnachtstage und über den Jahreswechesl in der Wohnung ihrer besten Freundin und "babysittet" diese quasi, weil die Familie über Weihnachten im Urlaub ist und ihr Heim praktischerweise direkt an Meer liegt.
Wegen eines Schicksalsschlags ist Luise immernoch ziemlich bekümmert und so schenkt ihre Freundin ihr zu Weihnachten ein Buch über die Rauhnächte samt Anleitung und "SMS-Begleitung".

Das Setting an der rauhen See in Verbindung mit dem schönen Dörfchen indem regelmäßig Besorgungen erledigt und Cafés besucht werden hat mir wirklich gut gefallen und ich hätte mir gewünscht, dass auch die Geschichte und die Charaktere diesem Charme gerecht geworden wären.

Von den Charakteren selbst war für mich Elisa ganz klar das Highlight. Sie ist eine junge Frau auf die Luise trifft, weil sie eigentlich die Babysitterin der Kinder der Familie ist und super quirlig und aufgeschlossen. Sie hat es als einzige geschafft, ein wenig Witz und Lockerheit in die Geschichte zu bringen die mir ansonsten leider gefehlt hat um die oft bedrückende Stimmung auszugleichen.

Ansonsten waren mir die Sinneswandel von Luise aber ein bisschen zu schnell und zu extrem. Am Anfang hielt sie die Rauhnächte Rituale für totalen Humbug und wollte es nur ihrer Freundin Linh zuliebe einmal testen. Gefühlt jedem Ritual stand sie äußerst kritisch gegenüber nur um sich dann am Ende des Tages doch voll mit dem jeweiligen Thema identifizieren zu können. Ich habe mich außerdem immer wieder gefragt, warum Linh Luise zwar jeden Tag tolle Nachrichten schreibt, aber die beiden außer an Silvester nie miteinander telefoniert haben, obwohl Luise den Eindruck machte dass ein Gespräch ihr jetzt deutlich besser täte als irgendein Ritual allein am Strand zu vollziehen.

Dann war da noch Jakob, der Mann den sie am Strand kennenlernt und auf anhieb so sympathisch findet dass sie alle ihre Sorgen und Bedenken über Bord wirft. Für mich haben die beiden nicht wirklich zusammen gepasst. Sie die Ärztin, die immer wieder wieder beruflich mit dem Tod konfrontiert wird und er, der dazu forscht, wie der Mensch länger leben kann und den Tod bezwingen will. Mit der Darstellung seiner Forschung und seines Standpunktes wirkte Jakob auf mich oft unsympathisch und Luise gegenüber oft wenig einfühlsam.

Das Thema Rauhnächte wird natürlich intensiv behandelt. Entgegen meiner ersten Vermutungen konnte ich ihnen aber nicht viel abgewinnen. Es gibt einige schöne Ideen, welche sich aber auch abseits der Rauhnächte gut umsetzten lassen, z.B. einfach mal einen Tag sämtliche Displays weg zu lassen.
Die Rauhnachtrituale wirken gleichzeitig sehr festgefahren und trotzdem sehr individuell weil immer wieder betont wird, wie viele Möglichkeiten es doch gäbe sie zu erleben. Einen wirklichen Überblick konnte mir das Buch deswegen nicht verschaffen und interessierte sollten zumindest ergänzend auch zu einem wirklichen Ratgeber zum Thema Rauhnächte greifen.

Insgesamt bekommt das Buch von mir trotzdem noch gut gemeinte 3 Sterne, weil ich denke, dass die positiven Bewertungen definitiv ihre Daseinsberechtigung haben und ich das Gefühl habe dass das "Problem", welches ich mit dem Buch hatte, eher ein persönliches war und nicht auf die allgemeine Qualität des Buches hinweist.
Ich hoffe und wünsche mir, das andere eine tolle Zeit mit der Geschichte haben werden. Mir wird sie leider nicht in Erinnerung bleiben.