Roman mit Herz!

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jono1994 Avatar

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Real Americans ist ein leiser, kluger und zugleich zutiefst berührender Roman über Herkunft, Zugehörigkeit und die unsichtbaren Linien, die ein Leben prägen. Rachel Khong erzählt mit großer Feinfühligkeit von sozialen Gegensätzen, familiären Geheimnissen und der Frage, wie sehr unsere Biografie von Entscheidungen bestimmt wird, die andere für uns treffen.

Besonders eindrucksvoll ist die emotionale Vielschichtigkeit der Figuren: Lily, die zwischen Ambition und Anpassung, Liebe und Selbstbehauptung steht, und Nick, dessen Suche nach Identität sich still, aber unerbittlich entfaltet. New York um die Jahrtausendwende bildet dabei nicht nur Kulisse, sondern ein Gefühl, voller Möglichkeiten, Ungleichheiten und Versprechen.

Der Roman liest sich ruhig, aber mit großer Sogwirkung. Er verzichtet auf laute Effekte und entfaltet seine Kraft gerade durch Zwischentöne, durch das Ungesagte, durch Fragen, die lange nachhallen. Real Americans ist kein Buch, das man hastig beendet, sondern eines, das man mitnimmt, weiterdenkt und innerlich noch lange mit sich trägt.