Zwischen Paris, Geld und der Frage, wer man eigentlich ist

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franni Avatar

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Real Americans hat mich schneller gepackt, als ich erwartet hätte. Die Leseprobe liest sich ruhig und unaufgeregt, aber genau darin liegt ihre Stärke: Rachel Khong beschreibt Situationen, Gedanken und Gefühle so genau, dass sie lange nachwirken. Besonders die Begegnung zwischen Lily und Matthew und der spontane Trip nach Paris wirken gleichzeitig romantisch, seltsam und leicht beunruhigend – man spürt von Anfang an, dass hier Macht, Geld und Unsicherheit immer mitschwingen.
Mich hat beeindruckt, wie selbstverständlich Themen wie soziale Unterschiede, Herkunft und das Gefühl, nicht wirklich dazuzugehören, in den Alltag der Figuren eingebettet sind. Lilys Blick auf die Welt ist scharf, manchmal selbstironisch, manchmal schmerzhaft ehrlich, und gerade dadurch sehr nahbar. Der Text verliert sich nicht in großen Gesten, sondern lebt von Details: Wohnungen, Kleidung, Gespräche, kleine Gesten, die plötzlich viel bedeuten.
Nach der Leseprobe hatte ich das Gefühl, dass sich hier langsam etwas Größeres zusammenzieht – eine Geschichte über Liebe, Abhängigkeit, Familie und die Frage, wer man sein darf und wer man sein soll. Ich würde das Buch auf jeden Fall gerne zu Ende lesen, weil mich interessiert, wie sich Lilys Leben weiterentwickelt und ob sie einen Weg findet, der wirklich ihrer ist.