Auf der Suche nach der eigenen Identität

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gisel Avatar

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1999 arbeitet Lily Chen, 22 Jahre alt, als unbezahlte Praktikantin in einem angesagten Medienunternehmen. Sie trifft unverhofft den Mann ihrer Träume, beide scheinen in eine glückliche gemeinsame Zukunft einzutauchen. Doch 21 Jahre später lebt Lilys Sohn Nick allein mit seiner Mutter zusammen, sein Vater habe den Kontakt zu ihm abgebrochen, hat sie ihm immer erzählt. Nick spürt, dass da noch mehr dahinter steckt. Auf der Suche nach sich selbst kommt er einem großen Familiengeheimnis auf die Spur...

Diese Geschichte über die Suche nach der eigenen Identität ist groß angelegt. Sie handelt über mehrere Jahre und mehrere Generationen hinweg. Der chronologische Beginn des Romans liegt in China und geht dann auf Amerika über. Es gibt einige Fragen, die den Leser hier bei der Stange halten, z.B. Warum ging das innige Verhältnis zwischen Lily und Matthew kaputt, schien doch zunächst kein Blatt zwischen sie zu passen? Wie kommt es, dass der Sohn der beiden ein Abbild seines Vaters ist und genetisch so gar nicht zu seiner mütterlichen Seite passt? Die Geschichte ist aus mehreren Perspektiven geschrieben, so dass man als Leser in die Gedankenwelt der verschiedenen Charaktere hineinfindet und ihre Motivationen nachvollziehen kann. Dennoch habe ich mich mit den absoluten Brüchen in dieser Familie schwer getan, so ganz nachvollziehen kann ich diese nicht. Zudem gerät der Schreibstil immer wieder etwas langatmig und stereotyp. Insgesamt aber hat mich die einfühlsame Erzählung in eine Welt entführt, die viele essenzielle Fragen beinhaltet.

Dieser vielschichtige Roman um die Identität eines jungen Amerikaners mit seinen teilweise chinesischen Wurzeln hat mich nachdenklich hinterlassen. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.