Blutleer
Das versprochene Thema klingt mehr als verlockend: dauernde Fremdheit oder Ankommen, Integration und Dazugehören. Der Titel ein Coup, der die Ambivalenz vollendet vermittelt: Real Americans, das sind bald zweihundertfünfzig Jahre nach der Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika eben nicht mehr nur die WASPs, viele Ethnien sind in der vielfältigen US-amerikanischen Literatur repräsentiert. Doch dieser Roman, gleichgültig, welchen Hype er auf dem internationalen Buchmarkt ausgelöst haben mag, löst die hochgesteckten Erwartungen nicht ein.
Die Idee ist natürlich naheliegend, an drei Generationen einer Familie chinesischer Abkunft zu untersuchen, auf wie unterschiedliche Weise die Auseinandersetzung mit der neuen Heimat verläuft. Dabei die chronologische Reihenfolge aufzubrechen, könnte die Lektüre abwechslungsreich und interessant gestalten.
Stattdessen Enttäuschung auf ganzer Linie!
Lily, Amerikanerin der zweiten Generation, wird zum poster girl aller Klischees hinsichtlich mangelnder Berufschancen und genereller Ziellosigkeit. Aus heiterem Himmel dann die Cinderella-Geschichte der plötzlichen Liebe zu Mr Right schlägt da ein wie eine Bombe. Vollkommen unverständlich, psychologisch nicht ausreichend dargelegt, warum sie es unvermittelt vorzieht, ihren kleinen Sohn allein aufzuziehen. Auch dieser männliche Repräsentant der chinesisch-stämmigen Minderheit entbehrt eine klare individuelle Charakterzeichnung. Vollkommen überraschend dann seine Bindung an die als deus-ex-machina aufgetauchte Großmutter, deren Erzählstrang der Leiden im kommunistischen China nicht mithalten kann mit der Intensität der kanonisch gewordenen ‚Wilde Schwäne‘. On top noch das verquere genetische Forschungsexperiment, und die Enttäuschung und Verärgerung des Lesers sind komplett.
Die Auster der Titelillustration hält nach dem Öffnen keine Perle bereit.
Die Idee ist natürlich naheliegend, an drei Generationen einer Familie chinesischer Abkunft zu untersuchen, auf wie unterschiedliche Weise die Auseinandersetzung mit der neuen Heimat verläuft. Dabei die chronologische Reihenfolge aufzubrechen, könnte die Lektüre abwechslungsreich und interessant gestalten.
Stattdessen Enttäuschung auf ganzer Linie!
Lily, Amerikanerin der zweiten Generation, wird zum poster girl aller Klischees hinsichtlich mangelnder Berufschancen und genereller Ziellosigkeit. Aus heiterem Himmel dann die Cinderella-Geschichte der plötzlichen Liebe zu Mr Right schlägt da ein wie eine Bombe. Vollkommen unverständlich, psychologisch nicht ausreichend dargelegt, warum sie es unvermittelt vorzieht, ihren kleinen Sohn allein aufzuziehen. Auch dieser männliche Repräsentant der chinesisch-stämmigen Minderheit entbehrt eine klare individuelle Charakterzeichnung. Vollkommen überraschend dann seine Bindung an die als deus-ex-machina aufgetauchte Großmutter, deren Erzählstrang der Leiden im kommunistischen China nicht mithalten kann mit der Intensität der kanonisch gewordenen ‚Wilde Schwäne‘. On top noch das verquere genetische Forschungsexperiment, und die Enttäuschung und Verärgerung des Lesers sind komplett.
Die Auster der Titelillustration hält nach dem Öffnen keine Perle bereit.