ein bewegender Roman über Identität

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Das Buch ist in drei Teile gegliedert: Im ersten begleiten wir Lily, Tochter chinesischer Einwanderer in den USA, die kaum Mandarin spricht. Als sie Matthew begegnet – Sohn eines reichen Pharmamagnaten – treffen zwei völlig unterschiedliche Welten aufeinander. Während sie ein unbezahltes Praktikum macht, kennt er finanzielle Sorgen nicht. Umso schöner ist es zu sehen, wie unvoreingenommen und ehrlich sich ihre Beziehung entwickelt.

Teil zwei erzählt von Nick, der bei seiner Mutter in eher einfachen Verhältnissen aufwächst und seinen Vater nie kannte. Auf dem Weg zur Collegewahl begegnet er ihm schließlich – und gerät zugleich in Konkurrenz zu seinem Stiefbruder.

Im dritten Teil geht es zurück ins China der Mao-Zeit. Mays Geschichte verbindet die Fäden und zeigt eindrucksvoll, wie eng Vergangenheit und Gegenwart miteinander verwoben sind.

Ich habe die über 500 Seiten in wenigen Tagen gelesen. Was zunächst wie eine moderne, fast märchenhafte Liebesgeschichte beginnt, entwickelt sich zu einem vielschichtigen Roman über Herkunft und Identität. Besonders der dritte Teil hat mich emotional sehr berührt – die leisen, oft harten Alltagsmomente haben lange nachgewirkt.

Das verbindende Thema ist die Frage nach Zugehörigkeit: Lily, die sich zwischen Kulturen bewegt, Nick ohne Vaterfigur und May, die ihre Heimat hinter sich lässt.

Einzig der Aspekt der Gentechnik konnte mich nicht ganz überzeugen – für mich hätte es diesen Handlungsstrang nicht zwingend gebraucht, auch wenn er inhaltlich relevant ist.

Trotzdem: Für mich eine klare Leseempfehlung. Ein Roman, der mich tief bewegt hat und den ich stellenweise gar nicht aus der Hand legen wollte.