Ein vielschichtiger Roman über eine chinesische Einwanderfamilie - unterhaltsam und bewegend

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Ein Roman über die Herkunft einer chinesischen Einwandererfamilie in den USA, der sich über drei Generationen erstreckt und die Suche nach der Identität und dem Wunsch nach Zugehörigkeit beschreibt.
Die Aktion „Deutschland liest ein Buch“ hat mir sehr gut gefallen und dadurch auch meine Neugier auf diesen Roman geweckt. Das Buch ist in drei Teile gegliedert, wobei jeder Abschnitt aus der Perspektive einer der drei Protagonisten erzählt wird. Der Schreibstil ist angenehm flüssig, lässt sich sehr gut lesen und hat mich gut unterhalten.
Im Verlauf der Geschichte werden Familiengeheimnisse nach und nach aufgedeckt.
Der Roman beginnt im Jahr 1999 mit Lily Chen, der Tochter der eingewanderten Familie. Sie wurde bereits in den USA geboren und von ihren Eltern bewusst als Amerikanerin erzogen. In diesem Teil werden besonders die bestehenden Klassenunterschiede eindrücklich dargestellt.
Der zweite Abschnitt spielt etwa zwanzig Jahre später und dreht sich um Nick, Lilys Sohn. Dieser versucht mehr über seinen Vater herauszufinden und sich selbst besser zu verstehen. Von allen Figuren war mir Nick persönlich am sympathischsten.
Im letzten Teil steht schließlich May im Mittelpunkt, Lilys Mutter. Hier erfährt man viele interessante Hintergrundinformationen über China, über ihr früheres Leben und auch über die schwierige Zeit unter der Herrschaft von Mao Zedong.
Alle drei Figuren befinden sich auf ihre Weise auf der Suche nach ihrer eigenen Identität, nach Erfolg und nach Zugehörigkeit. Sowohl May als auch Lily verfolgen dabei das Ziel, dass es der jeweils nächsten Generation einmal besser gehen soll. Mit der Zeit werden die Beweggründe und Entscheidungen der Figuren immer verständlicher, sodass man ihr Handeln gut nachvollziehen kann. Besonders gefallen hat mir, wie die Autorin diese Entwicklung im Laufe der Geschichte aufgebaut hat.
Der Roman ist vielschichtig und behandelt zahlreiche Themen, darunter Migration, Familiengeheimnisse, Rassismus, chinesische Geschichte, Zugehörigkeit und familiäre Bindungen. Auch wissenschaftliche Aspekte spielen eine wichtige Rolle in diesem Roman.
Manchmal hatte ich allerdings das Gefühl, dass zu viele Themen beschrieben werden. Einige davon wurden meiner Meinung nach etwas zu kurz behandelt, während andere Stellen wiederum zu ausführlich beschrieben sind.
Trotzdem habe ich den Roman insgesamt sehr gerne gelesen. An manchen Stellen hat mich die Geschichte auch emotional sehr bewegt. Gerne empfehle ich das Buch weiter.