Eine amerikanische Familiengeschichte
"Real Americans" erzählt die Geschichte einer chinesisch-amerikanischen Einwandererfamilie. Wir lernen drei Generationen kennen: Lily Chen, der wir als junge Frau begegnen, ist die erste. Sie lebt in New York und lernt dort ihren zukünftigen Ehemann kennen. Im zweiten Drittel begleiten wir ihren Sohn, der seine eigene Herkunft erforscht und dabei die Vergangenheit seiner Mutter aufwühlt. Schließlich erfahren wir über ihn auch mehr über seine Großmutter, also die Mutter von Lily. Somit ergibt sich ein Familienporträt, das über Jahrzehnte und Kontinente hinausreicht. Lilys Geschichte dominiert insgesamt und zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch. Sie ist es, die ihren Sohn mit seiner Großmutter verbindet. Insgesamt ist ihr Leben von Gegensätzen geprägt: Da ist einerseits ihre eigene kulturelle Herkunft, die sich so krass von der ihrer amerikanischen Klassenkameraden unterscheidet. Andererseits ist da die Armut, die ihre Familie geprägt hat, und der unglaubliche Reichtum, dem sie begegnet, als sie Matthew kennenlernt und schließlich Teil seines Lebens und seiner Familie wird.
Mich hat "Real Americans" wirklich gefesselt und sehr gut unterhalten. Es hat mich einen Blickwinkel einnehmen lassen, den ich so nie in Erwägung gezogen habe. Die verschiedenen Perspektiven der unterschiedlichen Generationen auf Migrationsgeschichten waren mir bisher fremd. Es hat mich fasziniert, die Träume, Wünsche und Hoffnungen der einzelnen Protagonisten nachzuvollziehen. Rachel Kong gelingt es wirklich gut, uns mitzunehmen in die Welt von Lily und uns zu einem stillen Beobachter in ihrem Leben zu machen. Einige der Themen, die in "Real Americans" aufkommen, haben mich gewisse Parallelen zu "Yellowface" von Rebecca F. Kuang erkennen lassen. Es freut mich, mehr Geschichten dieser Art lesen zu dürfen.
Was mir nicht ganz so gut gefallen hat, war die teilweise Überfrachtung der Handlung mit einer Vielzahl von Motiven. Es geht um Kultur und Identität, um Konflikte zwischen Generationen und Klassen, um das Projizieren eigener Wünsche auf seine Kinder, aber auch um Missbrauch und Selbstbestimmung, um Politik und Geschichte, darüber hinaus kommt auch noch das Experimentieren an genetischen Informationen dazu. Ich glaube, die Geschichte wäre auch mit ein paar weniger Themen komplex und stimmig gewesen.
Alles in allem hat mir "Real Americans" gut gefallen. Ein besonderes Highlight ist für mich auch das Cover: Zunächst erscheint es wenig Bezug zum Titel oder zur Handlung zu haben, doch je tiefer wir in die Story eintauchen, desto deutlicher ist die Auster als wiederkehrendes Motiv zu erkennen. Ein sehr stimmiges Cover meiner Meinung nach!
Mich hat "Real Americans" wirklich gefesselt und sehr gut unterhalten. Es hat mich einen Blickwinkel einnehmen lassen, den ich so nie in Erwägung gezogen habe. Die verschiedenen Perspektiven der unterschiedlichen Generationen auf Migrationsgeschichten waren mir bisher fremd. Es hat mich fasziniert, die Träume, Wünsche und Hoffnungen der einzelnen Protagonisten nachzuvollziehen. Rachel Kong gelingt es wirklich gut, uns mitzunehmen in die Welt von Lily und uns zu einem stillen Beobachter in ihrem Leben zu machen. Einige der Themen, die in "Real Americans" aufkommen, haben mich gewisse Parallelen zu "Yellowface" von Rebecca F. Kuang erkennen lassen. Es freut mich, mehr Geschichten dieser Art lesen zu dürfen.
Was mir nicht ganz so gut gefallen hat, war die teilweise Überfrachtung der Handlung mit einer Vielzahl von Motiven. Es geht um Kultur und Identität, um Konflikte zwischen Generationen und Klassen, um das Projizieren eigener Wünsche auf seine Kinder, aber auch um Missbrauch und Selbstbestimmung, um Politik und Geschichte, darüber hinaus kommt auch noch das Experimentieren an genetischen Informationen dazu. Ich glaube, die Geschichte wäre auch mit ein paar weniger Themen komplex und stimmig gewesen.
Alles in allem hat mir "Real Americans" gut gefallen. Ein besonderes Highlight ist für mich auch das Cover: Zunächst erscheint es wenig Bezug zum Titel oder zur Handlung zu haben, doch je tiefer wir in die Story eintauchen, desto deutlicher ist die Auster als wiederkehrendes Motiv zu erkennen. Ein sehr stimmiges Cover meiner Meinung nach!