Eine berührende Geschichte über Familie, Herkunft und Identität

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fandsy Avatar

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Mit Real Americans erzählt Rachel Khong eine eindrucksvolle Familiengeschichte, die lange nach dem Lesen im Kopf bleibt. Schon nach den ersten Kapiteln war ich ganz in der Geschichte drin – nicht, weil sie laut oder spektakulär ist, sondern weil sie ehrlich, nahbar und emotional erzählt wird.

Der Roman begleitet drei Generationen einer Familie und zeigt, wie stark Herkunft, Erwartungen und frühere Entscheidungen das Leben der nächsten Generation prägen. Jede Figur sucht auf ihre eigene Weise nach Zugehörigkeit und nach einem Platz in der Welt. Besonders bewegend fand ich den Wunsch der Eltern, ihren Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen – und die Erkenntnis, dass gute Absichten nicht automatisch vor Verletzungen schützen.

Rachel Khong schreibt sehr feinfühlig und klar. Die Figuren wirken menschlich und echt, mit all ihren Schwächen, Widersprüchen und Unsicherheiten. Nicht alle sind sofort sympathisch, doch je mehr man über ihre Lebensgeschichten erfährt, desto besser versteht man ihr Verhalten. Themen wie soziale Unterschiede, kulturelle Identität, Einsamkeit und familiäre Traumata werden ruhig, aber wirkungsvoll erzählt und regen immer wieder zum Nachdenken an.

Real Americans ist ein Roman, der nicht einfach nur unterhält, sondern nachhallt. Er macht nachdenklich, stellenweise traurig, aber auch verständnisvoll. Für mich eine klare Leseempfehlung für alle, die Familienromane mit Tiefe und aktuellen Themen mögen.