Emotionale Tiefe fehlte
Drei Generationen einer chinesischen Familie, die sich mit der Auswanderung nach Amerika bzw. ihren Nachwirkungen beschäftigen. Leider blieben einige Charaktere zu unnahbar, weshalb es für mich nur mittelmäßig war.
Zu Beginn erfahren wir Lilys Geschichte. Wir befinden uns in den 90ern und begleiten die 22-jährige Tochter chinesischer Einwanderer, wie sie ihren Mann Matthew kennenlernt. Dieses Kennenlernen hat mir wahnsinnig gut gefallen. Zwischen Klischees und witzigen Momenten lernen wir Lily besser kennen und wie die junge Frau damit zu kämpfen hat, dass sie und der „typisch amerikanische“ Matthew so verschieden sind. Diese Geschichte war glaubhaft und deshalb wirklich gut.
Interessant fand ich auch, wie sie die Beziehung zu ihren Eltern beschreibt, und wie wenig sie eigentlich über deren Zeit in China weiß.
Anschließend springen wir in die 2000er Jahre zu Lilys Sohn Nick. Er erzählt, wie er mit seiner Mutter bescheiden und eher zurückgezogen auf einer Insel lebt, wie seine Kindheit war, und mit welchen Vorurteilen er zu kämpfen hat. Besonders die Freundschaft zu seinem besten Freund gefiel mir in diesem Teil der Geschichte. Einerseits eine typische Jungenfreundschaft, dann aber irgendwie auch nicht. Wie sich die Dynamik der beiden im Laufe der Zeit verändert, fand ich sehr gelungen.
Leider gefiel mir die Geschichte zunehmend weniger, als Nick aufs College geht. Wie er sich dort entwickelt, wie er mit seiner Mutter umgeht und wie er in manchen Situationen handelt, konnte ich nicht nachvollziehen.
Lediglich der Handlungsstrang, als er Kontakt zu seinem Vater aufbaut und auch den amerikanischen Teil seiner Familie kennenlernt, konnte mein Interesse wieder wecken.
Am Ende befinden wir uns 2030 und begleiten May, Lilys Mutter und Nicks Oma, durch ihre Geschichte. Wir erfahren die Hintergründe, die zur Auswanderung führten und Momente, wie es unter der Herrschaft von Mao war. Leider fand ich diesen Teil des Buches am Nüchternsten. Ich konnte zu May keinerlei Bindung aufbauen. Obwohl diese Frau schreckliche Dinge erleben musste, fehlten mir wirkliche Emotionen.
Und dieses ganze Forschungsthema hätte es für mich auch nicht so ausgeprägt gebraucht. Viele Passagen darüber fand ich langatmig und uninteressant.
Mir ist klar, dass es wichtig für das Verständnis der Geschichte ist, gefiel mir aber leider trotzdem nicht.
Das Buch hatte durch die drei Perspektiven und ihre extrem unterschiedlichen Charaktere wirklich Potenzial. Die Hintergründe für die Auswanderung und die Folgen, die Herausforderungen, die die Eingliederung in Amerika mit sich bringen, waren eigentlich gut gewählt. Leider wurde aber vieles davon nicht genutzt, fand ich.
Es hätte ein Highlight werden können, blieb wegen der genannten Kritikpunkte aber nur im Mittelfeld - schade.
Zu Beginn erfahren wir Lilys Geschichte. Wir befinden uns in den 90ern und begleiten die 22-jährige Tochter chinesischer Einwanderer, wie sie ihren Mann Matthew kennenlernt. Dieses Kennenlernen hat mir wahnsinnig gut gefallen. Zwischen Klischees und witzigen Momenten lernen wir Lily besser kennen und wie die junge Frau damit zu kämpfen hat, dass sie und der „typisch amerikanische“ Matthew so verschieden sind. Diese Geschichte war glaubhaft und deshalb wirklich gut.
Interessant fand ich auch, wie sie die Beziehung zu ihren Eltern beschreibt, und wie wenig sie eigentlich über deren Zeit in China weiß.
Anschließend springen wir in die 2000er Jahre zu Lilys Sohn Nick. Er erzählt, wie er mit seiner Mutter bescheiden und eher zurückgezogen auf einer Insel lebt, wie seine Kindheit war, und mit welchen Vorurteilen er zu kämpfen hat. Besonders die Freundschaft zu seinem besten Freund gefiel mir in diesem Teil der Geschichte. Einerseits eine typische Jungenfreundschaft, dann aber irgendwie auch nicht. Wie sich die Dynamik der beiden im Laufe der Zeit verändert, fand ich sehr gelungen.
Leider gefiel mir die Geschichte zunehmend weniger, als Nick aufs College geht. Wie er sich dort entwickelt, wie er mit seiner Mutter umgeht und wie er in manchen Situationen handelt, konnte ich nicht nachvollziehen.
Lediglich der Handlungsstrang, als er Kontakt zu seinem Vater aufbaut und auch den amerikanischen Teil seiner Familie kennenlernt, konnte mein Interesse wieder wecken.
Am Ende befinden wir uns 2030 und begleiten May, Lilys Mutter und Nicks Oma, durch ihre Geschichte. Wir erfahren die Hintergründe, die zur Auswanderung führten und Momente, wie es unter der Herrschaft von Mao war. Leider fand ich diesen Teil des Buches am Nüchternsten. Ich konnte zu May keinerlei Bindung aufbauen. Obwohl diese Frau schreckliche Dinge erleben musste, fehlten mir wirkliche Emotionen.
Und dieses ganze Forschungsthema hätte es für mich auch nicht so ausgeprägt gebraucht. Viele Passagen darüber fand ich langatmig und uninteressant.
Mir ist klar, dass es wichtig für das Verständnis der Geschichte ist, gefiel mir aber leider trotzdem nicht.
Das Buch hatte durch die drei Perspektiven und ihre extrem unterschiedlichen Charaktere wirklich Potenzial. Die Hintergründe für die Auswanderung und die Folgen, die Herausforderungen, die die Eingliederung in Amerika mit sich bringen, waren eigentlich gut gewählt. Leider wurde aber vieles davon nicht genutzt, fand ich.
Es hätte ein Highlight werden können, blieb wegen der genannten Kritikpunkte aber nur im Mittelfeld - schade.