Epischer Roman über eine chinesisch-amerikanische Familie

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melb2508 Avatar

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Real Americans ist ein umfangreicher Roman, der drei Teile umfasst. Jeder Teil ist aus der Perspektive eines anderen Familienmitglieds geschrieben: Teil 1 aus Lilys, Tochter von Charles und May, Teil 2 aus Sicht ihres Sohnes Nick und Teil 3 aus Sicht der Mutter/Großmutter May (hier wird die Perspektive nicht die ganze Zeit beibehalten).
Lilys Eltern sind chinesische Einwanderer, die in Wissenschaft und Forschung tätig sind. Lily wird später ihren Sohn Nick allein aufziehen und ihn von der Familie fernhalten. Erst kurz vor Ende der Schulzeit trifft er auf seinen Vater, was für ihn und Lily alles ändern wird. Am Ende ihres Lebens dann trifft May auf ihren Enkel und erzählt ihm und den Lesenden endlich ihre Geschichte.

Der Roman ist aufgrund seines Umfangs schon keine allzu leichte Kost, wenn er auch gut lesbar ist und die ganze Zeit bleibt. Es ist spannend, wie die verschiedenen Zeiten und Orte miteinander verwoben sind und die Perspektivwechsel haben mir auch meist sehr gut gefallen.

Streckenweise jedoch stolpert die Handlung etwas vorwärts und wirkt beim Lesen sprunghaft. Einige Stränge werden nicht ganz zu meiner Zufriedenheit aufgelöst und vor allem im 2. Teil des Buches hatte ich meine Probleme mit den Protagonisten und ihren Handlungen. Versöhnt wurde ich dann im letzten Teil, der mich überrascht und letztlich auch sehr berührt hat.

Alles in allem auf jeden Fall eine Leseempfehlung, denn es wird vieles thematisiert, was wichtig ist - Rassismus, Identität, Geschichte, Herkunft und Familie, Genetik und Vererbung.