Facettenreicher Gesellschaftsroman

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nähpummelchen Avatar

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Eine ganz klare Leseempfehlung. An diesem Buch stimmt einfach alles: der Schreibstil, die nahbare Beschreibungen der Charaktere, Menschen aus sehr gegensätzlichen Gesellschaftsschichten und völlig unterschiedlicher Herkunftsfamilien, gewürzt mit einer Prise Wissenschaft.
In unterschiedlichen Frequenzen wird erzählt, wie sich Lily als unbezahlte Praktikantin, Tochter Chinesischer Eltern, in New York versucht, durchzuschlagen und beruflich Land zu gewinnen. Sie lernt den gut betuchten Matthew kennen, dem sein Reichturm gleichzeitig unangenehm als auch selbstverständlich ist, er damit dennoch nicht auffallen will - ebenso wie Lily mit ihrem Geldmangel.
Es wird auch erzählt, wie ihr gemeinsamer Sohn Nick viele Jahre später versucht herauszufinden, wer sein Vater ist. Denn Lily und Matthew leben getrennt, wobei sich Lily einzuigeln scheint. Durch Zufall findet Nick heraus, wer sein Vater ist, hält es vor seiner Mutter geheim, trifft seinen Vater heimlich, doch der Beziehungsaufbau gestaltet sich als schwierig. Zu viele ungesagte und zurechtsgelegte Motive für unterschiedliche Beweggründe hindern Nick daran, sich ihm stärker zu nähern.
Außerdem wird berichtet, und diesen Abschnitt fand ich über die Maßen bewegend, wie Lilys Eltern aus China fliehen. Besonders die ambivalente Rolle der Mutter wird hier beleuchtet und wirft ein ganz neues Licht auf Lilys Kindheit.
Real Americans gibt einen sehr vielschichtigen Einblick in Unterschiede, die Amerikaner eint.