Faszinierend und anders, als erwartet
Was auf den ersten Blick wie eine American Novel über Klassenunterschiede in einer Beziehung aussieht, entpuppte sich als viel mehr: Die Suche nach der eigenen Identität, Rassismus, Genmanipulation und das Streben nach Glück, Perfektion und einem langen Leben bieten ein breites Spektrum an Themen.
Fast zu viele Themen und oft leidet darunter der Tiefgang. Aber insgesamt war ich doch hingerissen von diesem Roman.
Es beginnt mit mit einem Prolog in China, in dem junge Menschen versuchen, während der Kulturrevolution alte Kostbarkeiten aus einem Museum zu retten. Im dritten Teil des Romans werden wir dann noch einmal nach China und zu dieser Situation zurückgeführt. Doch ich will hier nicht zu viel verraten, denn meiner Meinung nach ist bereits der Klappentext zu weitgreifend. Das hätte man besser, geheimnisvoller und spannender formulieren können.
Aber jetzt weiter zum Buch: Im ersten Teil des Romans die Liebe zwischen Lily und Matthew erzählt. Sie ist die Tochter eingewanderter chinesischer Wissenschaftler. Collegeabsolventin in Kunstgeschichte, meist ohne Geld, derzeit mit einem unbezahlten Praktikum bei einem Onlineverlag. Matthew ist hingegen der Neffe des Chefs vom Verlag, Investmentbanker mit hohem Gehalt und einer sehr reichen Familie im Hintergrund (die später noch eine wichtige Rolle spielen wird).
Der zweite Teil handelt von Nick, dem Sohn von Lily und spielt 21 Jahre später, dieser Abschnitt gefiel mit sehr gut, wirkte alleine durch die Sprache und aus Sicht von Nick geschrieben, sehr authentisch. Der dritte Teil spielt in China und erzählt viel über die Zeit unter Mao, im letzten Teil blicken wir in die Zukunft und sehen, welche Auswirkungen die Vergangenheit und die Entscheidungen dieser Zeiten für die Nachkommen haben. Alle Fäden laufen hier zusammen, was die weitläufige Erzählung zu einem Abschluss bringt.
Stilistisch auffallend ist, dass viele Geschehnisse quasi im Zeitraffer erzählt werden. Das führt dazu, dass oft wichtige Informationen und vor allem die Tiefe fehlen. Einiges wird im nächsten Abschnitt wieder aufgegriffen, manches aber nicht. Die Charaktere wirken auch häufig ein wenig eindimensional, dies ist aber auch der Fülle der Themen und dem großen Zeitraum geschuldet, der erzählt wird. Manchmal wäre hier weniger mehr gewesen.
Trotz aller Schwächen habe ich den Roman jedoch sehr gerne und in recht kurzer Zeit gelesen, es sind immerhin etwas über 500 Seiten. Es ist auf gewisse Weise ein typisch amerikanischer Roman (da passt der Titel!) der sich nicht nur damit beschäftigt, wer wirklich ein "Real American" ist (derjenige, der weiß aussieht oder derjenige, der den American Lifestyle lebt? Oder wer sonst noch?) sondern auch wichtige und aktuelle Themen wie Genmanipulation, Rassismus, Longevity und den Umgang mit Migration behandelt. Darüber hinaus geht es auch um den "Pursuit of Happiness", das ur-amerikanische Streben nach Glück. Dazu sind viele Menschen bereit, große Opfer zu bringen, Manipulationen vorzunehmen, ein neues Leben in einem neuen Land zu beginnen oder viel Geld in neue wissenschaftliche Wege zu investieren.
Wie der Roman zeigt, führt dies nicht unbedingt zum Erfolg. Daher könnte man auch ein wenig Kritik an aktuellen Tendenzen in den USA wahrnehmen. Doch diese Schlussfolgerungen sollte jede*r Leser*in selbst ziehen.
Fast zu viele Themen und oft leidet darunter der Tiefgang. Aber insgesamt war ich doch hingerissen von diesem Roman.
Es beginnt mit mit einem Prolog in China, in dem junge Menschen versuchen, während der Kulturrevolution alte Kostbarkeiten aus einem Museum zu retten. Im dritten Teil des Romans werden wir dann noch einmal nach China und zu dieser Situation zurückgeführt. Doch ich will hier nicht zu viel verraten, denn meiner Meinung nach ist bereits der Klappentext zu weitgreifend. Das hätte man besser, geheimnisvoller und spannender formulieren können.
Aber jetzt weiter zum Buch: Im ersten Teil des Romans die Liebe zwischen Lily und Matthew erzählt. Sie ist die Tochter eingewanderter chinesischer Wissenschaftler. Collegeabsolventin in Kunstgeschichte, meist ohne Geld, derzeit mit einem unbezahlten Praktikum bei einem Onlineverlag. Matthew ist hingegen der Neffe des Chefs vom Verlag, Investmentbanker mit hohem Gehalt und einer sehr reichen Familie im Hintergrund (die später noch eine wichtige Rolle spielen wird).
Der zweite Teil handelt von Nick, dem Sohn von Lily und spielt 21 Jahre später, dieser Abschnitt gefiel mit sehr gut, wirkte alleine durch die Sprache und aus Sicht von Nick geschrieben, sehr authentisch. Der dritte Teil spielt in China und erzählt viel über die Zeit unter Mao, im letzten Teil blicken wir in die Zukunft und sehen, welche Auswirkungen die Vergangenheit und die Entscheidungen dieser Zeiten für die Nachkommen haben. Alle Fäden laufen hier zusammen, was die weitläufige Erzählung zu einem Abschluss bringt.
Stilistisch auffallend ist, dass viele Geschehnisse quasi im Zeitraffer erzählt werden. Das führt dazu, dass oft wichtige Informationen und vor allem die Tiefe fehlen. Einiges wird im nächsten Abschnitt wieder aufgegriffen, manches aber nicht. Die Charaktere wirken auch häufig ein wenig eindimensional, dies ist aber auch der Fülle der Themen und dem großen Zeitraum geschuldet, der erzählt wird. Manchmal wäre hier weniger mehr gewesen.
Trotz aller Schwächen habe ich den Roman jedoch sehr gerne und in recht kurzer Zeit gelesen, es sind immerhin etwas über 500 Seiten. Es ist auf gewisse Weise ein typisch amerikanischer Roman (da passt der Titel!) der sich nicht nur damit beschäftigt, wer wirklich ein "Real American" ist (derjenige, der weiß aussieht oder derjenige, der den American Lifestyle lebt? Oder wer sonst noch?) sondern auch wichtige und aktuelle Themen wie Genmanipulation, Rassismus, Longevity und den Umgang mit Migration behandelt. Darüber hinaus geht es auch um den "Pursuit of Happiness", das ur-amerikanische Streben nach Glück. Dazu sind viele Menschen bereit, große Opfer zu bringen, Manipulationen vorzunehmen, ein neues Leben in einem neuen Land zu beginnen oder viel Geld in neue wissenschaftliche Wege zu investieren.
Wie der Roman zeigt, führt dies nicht unbedingt zum Erfolg. Daher könnte man auch ein wenig Kritik an aktuellen Tendenzen in den USA wahrnehmen. Doch diese Schlussfolgerungen sollte jede*r Leser*in selbst ziehen.