Genetik und Identität

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smolsin Avatar

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Mit ihrem neuen Buch „Real Americans“ hat die asiatisch-amerikanische Autorin Rachel Khong einen themenübergreifenden Generationsroman geschaffen.

Als Leser:innen begleiten wir drei Mitglieder der chinesisch-amerikanischen Familie Chen: Lily, ihren Sohn Nick und schließlich dessen Großmutter May.
Im Zentrum der Geschichte stehen Themen wie Herkunft, Migration, Zugehörigkeit und Identität. Im weiteren Verlauf der Handlung wird zudem ein Geheimnis um ein genetisches Forschungsexperiment gelüftet, welches eine bedeutende Frage stellt und zu einigen Denkanstößen anregt.

Khong schreibt in einer klaren und nuancierten Sprache, die es mir leicht machte, der Geschichte trotz des Umfangs des Buches zu folgen. Die verschiedenen Zeitebenen der einzelnen Figuren erschwerten anfangs das Einfinden in die jeweils neue Perspektive, dies legte sich jedoch schnell.

Die Figurenzeichnung ist leider etwas zu kurz gekommen. Obwohl ich größtenteils mit allen Chen‘s mitfühlen konnte, hat keine der Figuren wirklich einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Alles in allem handelt es sich um einen gut geschriebenen Roman, der sich intensiv und detailliert mit den Erfahrungen von Einwanderern beschäftigt, jedoch bei der Vielfalt an Themen etwas zu ambitioniert ist und dadurch an Tiefe einbüßt.

3,75 Sterne