Großartiger Generationenroman

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karolina_hruskova Avatar

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Mit »Real Americans« habe ich endlich wieder einen Familienroman gelesen, der mich von der ersten Seite an begeistert hat. Besonders die Dreiteilung hat mir gut gefallen und die Art, wie die Lebenswege der Figuren darin aus verschiedenen Perspektiven begleitet und verknüpft wurden. Gleichzeitig war die Frage nach Identität und Zugehörigkeit allgegenwärtig.


In jedem Teil des Romans herrscht eine andere Dynamik. Lilys Teil spielt um die Jahrtausendwende in New York. Sie wirkte sehr relatable: eine junge Frau, die versucht, sich selbst und ihren Eltern etwas zu beweisen und die sich mit unbezahlten Praktika und Gelegenheitsjobs über Wasser hält. Nicks Perspektive in Teil zwei ist klassisches Coming-of-Age. Man begleitet ihn vom Teenageralter über die erste Liebe, Freundschaften und Herzschmerz bis hin zu seinem Übergang ins Erwachsenenleben.

Am meisten bricht Mays Teil mit den vorherigen Erzählmustern. Hier werden viele der offenen Fragen zu Herkunft und Familie aufgegriffen und schließlich beantwortet – mit einem Ursprung, der weit in Mays eigene Vergangenheit zurückreicht. Neben den Themen der eigenen Identität und Zugehörigkeit rückt diesmal auch die Frage, was es bedeutet, ein "echter" Amerikaner zu sein, in den Fokus.

Gefallen hat mir dabei, dass die Figuren konstant greifbar wirkten. Sie machten Fehler, trafen schwere Entscheidungen und blieben in ihrem Handeln immer nachvollziehbar. Auch das Ende passte gut zum Roman, ließ zwar einiges offen, aber wirkte in sich wieder rund.

»Real Americans« ist ein vielschichtiger Familienroman über mehrere Generationen hinweg, der mich vor allem durch seine Struktur und Figuren überzeugt hat. Ich habe Lily und ihre Angehörigen sehr gerne begleitet und konnte mich zu 100 % auf die Geschichte einlassen.

Eine großartige Wahl für die Initiative "Deutschland liest ein Buch" des KiWi-Verlages.