Leise, intensiv und bleibt im Kopf

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julchentim Avatar

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Ich habe Real Americans von Rachel Khong gelesen und war am Ende echt überrascht, wie sehr mich das Buch doch gepackt hat.

Am Anfang wusste ich nicht so ganz, wohin die Geschichte will, aber genau das hat es dann irgendwie besonders gemacht. Die verschiedenen Perspektiven von Lily, Nick und Mei haben sich für mich nach und nach zu einem Gesamtbild zusammengefügt. Vor allem Lily ist mir richtig nah gegangen. Ich wollte sie oft einfach nur in den Arm nehmen und fest drücken.
Nick tat mir an vielen Stellen leid, weil er so zwischen allem steht und versucht, seinen Platz zu finden. Und Mei bringt nochmal eine ganz andere und überraschende Tiefe rein, auch wenn ihr Teil für mich stellenweise etwas schwerer zu greifen war.

Das Buch ist eher ruhig erzählt, aber genau das hat bei mir sehr gut funktioniert. Es passiert nicht ständig etwas Großes, aber die Gedanken und Gefühle der Figuren tragen die ganze Geschichte über das Buch hinweg. Man merkt auch, dass hier Themen wie Familie, Herkunft und Identität eine große Rolle spielen.

Ein kleiner Punkt, der mich manchmal rausgebracht hat, war dieser wissenschaftliche Aspekt im Hintergrund. Der war wichtig für die Story, aber nicht immer leicht zu verstehen.

Trotzdem, die Art wie alles zusammenkommt und wie sich mein Blick auf die Figuren immer wieder verändert hat, fand ich richtig gut. Das ist so ein Buch, über das man noch länger nachdenkt.

Für mich starke 4 Sterne.